Babywunsch bei MS
In Deutschland leben über 200.000 Menschen mit Multipler Sklerose (MS), einer chronisch-entzündlichen Erkrankung des zentralen Nervensystems. Frauen sind mehr als doppelt so häufig betroffen wie Männer. Viele Betroffene, vor allem jüngere MS-Patienten, beschäftigen sich damit, ob sie eine Familie gründen wollen und ob das mit MS überhaupt möglich ist.
Grundsätzlich steht der Gründung einer Familie auch mit MS nichts im Wege!
Allerdings sollten Sie sich vor einer möglichen Schwangerschaft umfassend mit den Besonderheiten Ihrer MS-Erkrankung auseinandersetzen. Wann ist beispielsweise der richtige Zeitpunkt für eine Schwangerschaft? Gibt es Gründe, die gegen eine Schwangerschaft sprechen? Welche medikamentösen und nicht-medikamentösen Therapien stehen vor, während und nach der Schwangerschaft zur Verfügung? Was muss beim Thema Stillen beachtet werden?
Ein Kind zu bekommen, bedeutet für viele ein großes Glück! Es erfordert aber auch viel Kraft und Energie, sich um den Nachwuchs zu kümmern – auch ohne MS. Um für diese Herausforderung bestmöglich gewappnet zu sein, brauchen Sie die richtige Beratung und Unterstützung Ihrer behandelnden Ärzte. Darüber hinaus brauchen Sie aber auch ein funktionierendes Netzwerk, das Sie besonders dann unterstützt, wenn Sie es brauchen.
In diesem kurzen 2-minütigen Video erklärt Privatdozent Dr. med. Karl Baum, warum das Thema Familienplanung und Babywunsch von Anfang an mit in die Therapieentscheidung bei Multipler Sklerose miteinbezogen werden sollte. Das vollständige Interview können Sie sich hier anschauen.
Der Wunsch nach Kindern ist für viele MS-Betroffene ein brennendes Thema. Viele Aspekte müssen bedacht werden, bevor die Entscheidung für ein Kind fällt. Oft sind sie verunsichert bezüglich der Frage, welchen Einfluss eine Schwangerschaft auf die MS haben wird. Wenn man bedenkt, dass mehr als zwei Drittel aller MS-Betroffenen Frauen sind, und dass die Krankheit in den meisten Fällen im zweiten oder dritten Lebensjahrzehnt auftritt, dann ist klar, dass die MS die Betroffenen oft genau dann überfällt, wenn sie über eigenen Nachwuchs nachdenken.
Wichtig ist vor allem, sich die Verantwortung für die Pflege und Erziehung des Kindes bewusst zu machen. So sollten die Umgebungsbedingungen genauso sorgfältig abgewogen werden wie die momentane Krankheitsphase.
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