Multiple Sklerose

Vulnerable Patientengruppen während der COVID-19-Pandemie: Ältere Menschen mit MS

Themen kompakt:

Zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht bekannt, ob bei Menschen mit Multipler Sklerose ein erhöhtes Risiko für eine SARS-CoV-2-Virusinfektion oder ein höheres Risiko für einen schwereren Verlauf haben1.

Wichtig ist, dass für mit Betaferon behandelte Patienten KEINE Hinweise vorliegen, dass ihre MS-Therapie dieses Risiko weiter erhöht.1, 5-9

Was jedoch das Infektionsrisiko sowohl bei MS-Patienten sowie in der allgemeinen Bevölkerung erhöht, ist das Alter.

Die Prävalenz von Menschen mit MS und höherem Alter steigt.10

Eine wichtige Strategie zur Risikominimierung während der COVID-19-Pandemie besteht darin, anfällige Personen, wie ältere Menschen mit Multipler Sklerose zu motivieren, sich so weit wie möglich zu isolieren, um ihr Infektionsrisiko zu verringern.

Literatur

Videosprechstunde in der Neurologie

Erfahrungen und Ratschläge von einem Neurologen für Ihre Praxis

Online Videosprechstunden sind während der vergangenen Wochen nachdrücklich in den Fokus geraten.

Allgemeine Einführung

Dr. med. Ralf Jankovits erläutert, was unter einer Videosprechstunde zu verstehen ist und worin er die Vorteile für seine Praxis sieht.

Mehrwerte, Chancen und Umsetzungsmöglichkeiten

Die Videosprechstunde kann für Ärzte und Patienten eine neue Kommunikationsmöglichkeit mit einem deutlichen Mehrwert sein:

Die Videosprechstunde funktioniert bei uns hervorragend. Ich war selbst erstaunt, wer das digitale Angebot nutzt.

Abrechnung und Vergütung

Die Videosprechstunde ist ein zusätzliches Service-Angebot für Patientinnen und Patienten. Wie die Vergütung aussieht und welche Fortschritte es im Laufe der letzten Monate gegeben hat, erfahren Sie in diesem Video.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Die Einführung der Videosprechstunde ist auch mit juristischen Fragestellungen verbunden. Dr. med. Ralf Jankovits beschreibt, wie er die rechtlichen Bedingungen aus Sicht des Neurologen sieht und wie in seiner Praxisgemeinschaft verfahren wird:

Technische Umsetzung und Anbieter

Immer mehr Anbieter positionieren sich auf dem Markt der Videosprechstunde. Erfahren Sie, welche Abrechnungsmodelle die verschiedenen Anbieter ermöglichen und wie die technischen Voraussetzungen für Sie als Ärztin / Arzt bzw.

 

 

Zeitmanagement im Praxisalltag

Durch effektives Zeitmanagement lassen sich die eigenen Ressourcen besser nutzen.

Bewerbung des Service bei Patienten

Das zusätzliche Angebot der Videosprechstunde sollte gegenüber Patientinnen und Patienten effektiv kommuniziert werden. Aufmerksamkeit lässt sich sowohl in der eigenen Praxis, als auch am Telefon sowie über die digitalen Kanäle schaffen.

Videosprechstunde trifft E-Rezept

Die Videosprechstunde kann gemeinsam mit der Einführung des E-Rezepts neue Chancen für Ärzte und Patienten ermöglichen. Ob dem wirklich so ist und wie dies der niedergelassene Neurologe Dr. med. Ralf Jankovits sieht, erfahren Sie in diesem Video.

Digitale Gesundheitsanwendungen

Die Möglichkeit digitale Gesundheitsanwendungen zu verschreiben und diese, neben der medikamentösen Therapie, Patientinnen und Patienten anzubieten, ist erstrebenswert.

Dr. Ralf Jankovits ist seit 2015 im Neurozentrum Prien als Facharzt für Neurologie und Spezielle Schmerztherapie tätig.

Die getätigten Aussagen in den Videobeiträgen stellen nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers oder der Redaktion dar, sondern sind persönliche Erfahrungen des jeweiligen Referenten.

Multiple Sklerose und Schmerzen

Schmerzen sind mitunter das häufigste Symptom bei Multiple Sklerose und treten bei ca. 86 % der Patientinnen und Patienten auf. Sie beeinträchtigen maßgeblich deren Lebensqualität und können mit steigendem Alter, der Krankheitsdauer und dem Grad der Multiplen Sklerose zunehmen.

Die Ursachen

Schmerzen bei MS werden in neuropathische und nozizeptive Schmerzen eingeteilt. Diese unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Mechanismen wie folgt:

Hospitalisierung von Menschen mit Multipler Sklerose

Marrie et al. Neurol Neurosurg Psychiatry 2018

An Multiple Sklerose Erkrankte müssen heute seltener ins Krankenhaus als noch vor 25 Jahren.

Studie kompakt

In den letzten 20 Jahren hat sich für MS-Erkrankte viel verändert: Die Diagnostik hat sich verbessert, es vergeht weniger Zeit bis zur Diagnosestellung und für die Behandlung stehen wirksame krankheitsmodifizierende Therapien (DMT) zur Verfügung.

Literatur

Infektionsraten bei MS-PatientInnen

Persson et al. Mult Scler Relat Disord 2020

Eine große Datenbank-basierte Studie liefert aktuelle Daten zu Infektionsraten bei Multipler Sklerose.

Studie Kompakt

Infektionen werden mit bestimmten krankheitsmodifizierenden Therapien (DMT) der Multiplen Sklerose (MS) in Verbindung gebracht. Diese Infektionen können zur Exazerbation der MS führen.

Literatur

Mehr zum Thema

Weitere Informationen zu Infektionsraten bei MS-PatientInnen finden Sie in unserem Themen-Special: Infektionen

Kein Hinweis auf erhöhtes Infektionsrisiko durch DMT der 1. Generation

Wijnands et al. Neurol Neurosurg Psychiatry 2018

In einer auf Krankenkassendaten beruhenden Studie von Wijnands et al. sind Interferon beta oder Glatirameracetat bei Multiple-Sklerose-Erkrankten seltener mit Infektionen assoziiert als DMT der 2. Generation.

Studie kompakt

  • Kein höheres Infektionsrisiko unter IFNß oder GLAT im Vergleich zu PatientInnen ohne DMT
  • 59% höheres Infektionsrisiko unter Natalizumab im Vergleich zu PatientInnen ohne DMT

Methode

  • Design: retrospektive Kohortenstudie
  • Datenpool: prospektiv gesammelte bevölkerungsbasierte Gesundheits-Verwaltungsdaten der kanadischen Provinz British Columbia (1996-2013)
  • Teilnehmende: 6.793 Menschen mit MS, davon 4.999 Frauen
  • Outcome:

DM-Substanzen der 2. Generation waren mit 53% mehr Infektionsdiagnosen assoziiert als DM-Substanzen der 1. Generation (aHR 1,53; 95% CI 1,21 bis 1,95).

Zu den häufigsten Infektionskrankheiten zählten:

Literatur

IFNß in der Schwangerschaft

Hellwig et al. J Neurol 2020

Für Interferon beta wurde im September 2019 nach erfolgter Bewertung durch die Europäische Arzneimittelagentur eine Zulassungsänderung zu Schwangerschaft und Stillzeit wirksam.

Update Fachinformation

Viele Frauen mit Multipler Sklerose (MS) und krankheitsmodifizierender Therapie (DMT) sind im gebärfähigen Alter. Für sie ist die Familienplanung ein wichtiges Thema. Bisher gibt es wenige Studien zur Sicherheit von DMT für Schwangere und die kindliche Entwicklung.

Fazit

Die Daten des europäischen Schwangerschaftsregisters deuten nicht darauf hin, dass eine Exposition mit IFN-beta vor Konzeption und/oder während der Schwangerschaft das Risiko für angeborene Fehlbildungen oder Spontanaborte erhöht. 

Literatur

Mehr zu Betaferon®

European Medicines Agency. Europäischer Beurteilungsbericht (EPAR) für Betaferon – Produktinformation.