Europäisches IFN beta-Schwangerschaftsregister
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Positives CHMP-Votum Betaferon 

Bayer erhält EU-Zulassungsempfehlung für eine Änderung der Fachinformation von Betaferon  bezüglich der Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit  

Bayer hat vom Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP, Committee for Medicinal Products for Human Use) der europäischen Arzneimittelagentur EMA ein positives Votum für eine Aktualisierung des Betaferon-Labels (Interferon beta-1b) bei Multipler Sklerose (MS) in der Schwangerschaft erhalten.

Die meisten Frauen mit schubförmiger MS befinden sich im gebärfähigen Alter. Sie haben häufig Bedenken, ihre MS-Therapie fortzuführen, wenn sie eine Schwangerschaft planen oder unbeabsichtigt schwanger werden.

Wir hoffen, dass die in die EU-Produktinformation aufgenommenen Informationen Ärzte dazu ermutigen werden, mit Frauen, die eine Schwangerschaft planen oder bereits schwanger sind, über ihre MS-Behandlung zu sprechen.

Die positive CHMP-Empfehlung basiert auf umfangreichen Studien, die anhand der populationsbasierten Register in Finnland und Schweden sowie des europäischen Interferon beta-Schwangerschaftsregisters durchgeführt wurden.

Babywunsch bei MS möglich

Interview mit Prof. Dr. Kerstin Hellwig

 

Können MS-Patientinnen sich ihren Kinderwunsch erfüllen? Wenn ja, was gilt es zu bedenken?

Die meisten MS Patienten können und sollen sich ihren Kinderwunsch erfüllen. Die rechtzeitige Absprache mit dem Neurologen zum besten Vorgehen hinsichtlich der MS ist ratsam.

Bis zu welchem Zeitpunkt vor Eintritt einer Schwangerschaft können/sollen MS-Patientinnen die Therapie fortsetzen?

Das hängt von der Therapie ab.

In einer sehr großen Kohorte mit mehr als 1300 Frauen, die unter Betaferon schwanger geworden sind, sind mehr als 90% der Lebendgeborenen mit bekanntem Gesundheitsstatus gesund.

Komplikationen wie Fehlbildungen, Totgeburten, Fehlgeburten, die auch bei gesunden Frauen, die keine Medikamente einnehmen, auftreten können, waren nicht erhöht. Diese große Kohorte liefert einen wichtigen, zusätzlichen Beitrag in der Beratung von MS-Patientinnen, die schwanger werden wollen.

Prof Dr. Kerstin Hellwig

Frau Professor Dr. Kerstin Hellwig leitet die neurologische Ambulanz und Poliklinik der Ruhr-Universität Bochum im St. Josef-Krankenhaus. Ihr wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt auf der Neuroimmunologie und ganz besonders im Bereich Multiple Sklerose (MS) und Familienplanung.

 

 

Literatur
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1Hellwig K., eigene Erhebung

 

Prof. Dr. Hellwig

Interferon-Register

Die Publikation von Hellwig et al wurde im "Journal of Neurology" veröffentlicht und ist hier zu finden:

Publikation in Pubmed

Cumulative Data from the European Interferon Beta Pregnancy Registry

Studiendesign
  • Analyse der Pharmakovigilanz Datenbanken aller Hersteller von Interferon beta
  • Population: Frauen mit MS unter Interferon beta während der Schwangerschaft
Autoren

Kerstin Hellwig1, Yvonne Geissbuehler2, Meritxell Sabidó3, David Appiah-Badu4, Evra Köfüncü5, Joachim Klinger6, Peter Huppke7, Asher Ornoy8and the European Interferon Beta Pregnancy Study Gro