Sportarten bzw. Bewegungsübungen wie Yoga, Thai-Chi oder Pilates sind oftmals eine sehr gute sportliche Alternative. Oder noch besser: eine gute zusätzliche Aktivität, um sich Gutes zu tun. Sie alle verbessern unterm Strich vor allem die Koordination und Beweglichkeit. Und zwar auch bei MS:

Yoga trainiert die Muskulatur und entspannt in Kombination mit der richtigen Atemtechnik Körper und Geist. Thai-Chi zählt zwar zu den Kampfsportarten, trainiert aber wie Yoga Beweglichkeit und Kraft, und auch ganz besonders die Koordination. Ähnliches gilt für Pilates.

Vorteilhaft ist bei diesen Sportarten die Konzentration auf sich und den eigenen Körper. Vergleiche mit anderen oder „Gewinnen wollen“ spielen keine Rolle.

Auch Kraftsport an Geräten ist mit MS nicht nur möglich, sondern sogar zu empfehlen. Das Training fördert Kraft und Ausdauer. Natürlich ist hierbei Augenmaß gefragt, aber das gilt für jeden Gerätenutzer in Fitness-Studios.

Man kann mit MS aber auch ganz etwas anderes machen: Golf spielen, Nordic Walking oder Volleyball zum Beispiel. Entscheidend ist, dass es Ihnen Spaß macht und Sie gut mit der jeweiligen Sportart zurechtkommen. Die Vorlieben und Fähigkeiten sind individuell sehr unterschiedlich und zeigen sich oftmals erst beim Ausprobieren.

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Britta ist ausgebildete Yoga-Lehrerin und betreibt einen Blog:

"In erster Linie geht es um die Verbindung zu deinem Körper, der Wahrnehmung zu deinem Körper, die Verbindung Atem und Körper. D.h. bewusstes Atemlernen, um den Körper wahrzunehmen, um Ruhe über den Atem in deinem Körper aufzunehmen."

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I: Herzlich Willkommen zu diesem neuen Podcast von NeoDoc, in freundlicher Kooperation mit MS-Gateway. Schön, dass du eingeschaltet hast und mit dabei bist. 

Auf www.ms-gateway.de kannst du dich weiter über die Diagnose Multiple Sklerose und den Alltag mit der MS informieren. 

Heute sprechen wir im Podcast mit Britta aus Düsseldorf. Brittaselbst ist ausgebildete Yoga-Lehrerin und zeigt in ihren Kursen, wie MS-Betroffene ein stärkeres Bewusstsein zu ihrem eigenen Körper entwickeln können, Gelassenheit verspüren und in sich die Ruhe finden können. Außerdem betreibt sie einen Blog, über dem sie im Podcast spricht und ob auch du in deiner Nähe eine MS-Yogaschule finden kannst. Jetzt im Podcast für dich, viel Spaß! 
 


[Intro]

Britta, wann kam es bei dir zu der Diagnose und wie äußerten sich erste Symptome. Und was veränderte sich ab diesem Tag in deinem Leben? 

B: Erste Diagnose oder der Verdacht auf die Diagnose war 1989. Da fing das mit einem leichten Kribbeln in den Füßen an und man hatte mir gesagt, oder ich hatte auch da eine Punktion. Und dann sagte sie: Ja, es könnte sein, muss aber nicht. Leben Sie Ihr Leben so weiter wie bisher.Und ich bin heute froh, dass ich das getan habe, weil ich mein Leben so weitergeführt habe wie bisher. Ich habe mein Studium in der Architektur durchgezogen, ich habe meinen Beruf geliebt. Ich habe dann irgendwann mein Kind bekommen, habe meine Yoga-Lehre-Ausbildung gemacht; eine in New York, eine Köln. Das hätte ich alles mit dieser MS-Diagnose im Kopf gar nicht machen können. Bis dann - das war auch in der Zeit meiner zweiten Ausbildung, ich wurde so, das war so Ende 40, da habe ich dann gespürt, es geht langsam los. Es war ja immer so im Hinterkopf, aber nie so richtig voll da. Und da merkte ich, dass die ersten Einschränkungen kamen. Und habe mich dann lange langsam auf mein Leben mit der MS vorbereitet. Was mir aber immer geholfen hat, und ich bin da dem Schicksal dankbar, ich habe als Kind Kunstturnen praktiziert. Nach dem Kunstturnen bin ich ins Ballett gegangen. Danach bin ich, als ich gearbeitet habe, in die Fitness gegangen. Ich war körperlich immer aktiv und habe immer ein sehr gutes Körpergefühl gehabt, was auch dann im Yoga wunderbar sich auswirken konnte. 

I: D.h. du konntest intensiv spüren, dass sich etwas in deinem Körper anders verhält? 

B: Ja nicht intensiv / aber ich bin bewusster. Ich spüre, wenn ich nicht richtig in der Achse bin, wenn meine Hüfte schief ist, wenn mein Gang sich verändert, das nehme ich wahr. Und damit kann ich zu meinem Physiotherapeuten gehen. Oder ich kann denen auch sagen dadurch, ich habe das große Glück, dass meine Physiotherapeuten auch Yoga praktizieren. Und wenn ich denen meine Beschwerden in Positionen deute, dann wissen die ganz genau, was das anatomisch ausmacht. Und die sind natürlich besser in der Anatomie als ich. Und das ist eine tolle Zusammenarbeit. Das sind also meine Lehrer geworden nach den Yogalehrern. 

I: Britta, wie kam es denn dazu, dass du dich der Yogalehre hingezogen fühltest? Und dann auch weiterhin Yoga mit MS? 

B: Ich bin zum Yoga gekommen, nachdem ich in der Fitness keine Turnschuhe mehr anziehen wollte und habe so das Yoga entdeckt und habe für mich meine Lehrer in New York entdeckt und war natürlich in diesem Leistungsyoga, nenne ich es mal, so höher, weiter schneller. Mit der MS merkte ich auf einmal, dass das nicht mehr so funktionierte und bin runtergefahren in meiner Yogapraxis. Und habe die dann auch auf meine Beschwerden ausgerichtet und habe auch in Düsseldorf eine Gruppe gefunden oder eine Gruppe entstehen lassen, mit denen ich MS-Yoga praktiziere. Also in der Physiotherapie bin ich mit MS-erkrankten Frauen - leider sind das meistens nur Frauen, die zu mir kommen, oder die Männer kommen dann irgendwann nicht mehr -, mit denen wir Yoga praktizieren. Und da kann ich halt sehr viel Erfahrung sammeln. In den unterschiedlichen Beschwerden, die wir als MS-Patienten haben, weil jeder hat das anders. Und jeder braucht auch eigentlich eine Eins-zu-eins-Betreuung. Das macht das Gruppenarbeiten im Yoga sehr schwer. Aber wir kriegen das ganz gut hin. 

I: Erklär doch noch einmal kurz, um was geht es bei Yoga genau. 

B: In erster Linie geht es um die Verbindung zu deinem Körper, der Wahrnehmung zu deinem Körper, die Verbindung Atem und Körper. D.h. bewusstes Atemlernen, um den Körper wahrzunehmen, um Ruhe über den Atem in deinem Körper aufzunehmen. Um diese Ruhe wirken zu lassen und dadurch auch den Geist zur Ruhe zu bringen. Das ist in erster Linie das Allerwichtigste. Es geht nicht da drum, auf dem Kopf zu stehen, es geht nicht darum, das Bein hochzuheben, sondern es geht einfach da drum, Ruhe in deiner Atmung, in deinem Körper und in deinem Geist zu bekommen. Und das ist, was ich bemerke, gerade bei MS-Patienten die größte Herausforderung. 

I: Aktuell begegnet uns in der breiten Gesellschaft der Begriff Yoga ja sehr häufig. Es hat sich schon zu einer Art Modeerscheinung etabliert, Yoga zu praktizieren. Kannst du dies auch feststellen? Und wie siehst du das? 

B: Ja. Es gibt den Trend, der aber / und ich muss jetzt wieder ein bisschen ausholen. Also ich vor 12 Jahren, 13 Jahren in New York das Yoga lernte, war ich genau mitten in diesem Trend. Das war wie der genau diese, ich war wieder genau da, wo ich hin wollte, als Erstes da sein, wo alles erwächst. Mittlerweile spüre ich, dass dieser Trend ausartet. Das geht eigentlich nur noch darum, was für bunte Hosenman trägt, wie hoch man das Bein hebt und wie dünn man ist. Das hat wirklich nichts mit Yoga zu tun. Das schon mal vorweg. Das ist auch das, was ich gerade so erschreckend in den Social Media sehe. Dass das Yoga abhandenkommt in den Hochglanzbildern irgendwo am Strand, irgendwo auf den Bergen mit Püppis, die nie so aussehen wie wir aussehen, mit Körpern, denen wir überhaupt gar nicht hinterher kommen könnten. Und deshalb zu dem ersten Punkt, Yoga hat wirklich nur was mit deinem Bewusstsein zu tun. Es geht nicht da drum, wie gelenkig du bist, wie stark du bist, sondern wie tief du zu dir hineinkommen kannst, wie tief du in dich hineinfühlen kannst. Und das macht auch dann die Ruhe aus, die im Yoga entsteht. Und auch ganz groß die Gelassenheit. Und Gelassenheit hat auch was mit Loslassen zu tun. Und loslassen müssen wir auch manchmal in unserer inneren Anspannung. Also für mich, meine MS quält mich mit Spastik, mit totaler Anspannung, mit einem Muskeltonus, der so angestrengt ist, dass es mir körperlich unglaublich gut tut, loszulassen. Also diese Anstrengung in meiner Muskulatur, in den Faszien loszulassen. 

I: Wie unterscheiden sich denn die Yogagruppen voneinander, die du unterrichtest? 

B: Ich unterrichte ja hauptsächlich Gesunde in Anführungsstrichen, gesunde Schüler im Yoga. Und nehme aber so diese Technik und diese Ausrichtung mit in die MS-Yogaklasse. Ein Sonnengruß oder bei - ich nennen jetzt mal, das hört sich zu blöd an, aber - gesunden Schülern kann ganz anders ablaufen als beim MS-Patienten. Wir im Sonnengruß brauchen viel mehr Ruhe, viel mehr Gelassenheit viel mehr Ausrichtung, was machen deine Knie, wie geht es deinem Körper, wie kommst du in diese Position hinein. Du kannst nicht mit dem Atem so schnell arbeiten, sondern du brauchst mehr Zeit. Ist aber viel kräftigender, ist viel bewusster. Und mir macht dieses bewusste Arbeiten jetzt nicht in der Geschwindigkeit des Atems, sondern in der Geschwindigkeit des Körpers und wie dein Körper in die Position hineinkommt, viel mehr Spaß mittlerweile, weil ich merke, dass das uns auch viel mehr bringt, nicht auf Geschwindigkeit zu arbeiten, sondern wirklich auf Bewusstsein zu arbeiten. 

I: Wie kann ich mir einen solchen Kurs für MS -Betroffene vorstellen? Wer kommt? Sind das auch Personen, die an den Rollstuhl angewiesen sind? 

B: Leider nicht. Leider nicht. Es sind Menschen, die eigentlich auch ihr Leben lang hauptsächlich bewusst Sport gemacht haben. Und die aber sagen, ich kann vieles nicht mehr, ich möchte jetzt Yoga machen. Ich möchte jetzt gucken, wie ich mit der MS fertig werde. Ich möchte mich stärken auf dem Yogaweg. Es kommen aber auch viele, die sagen, ich habe noch nie Sport gemacht. Und ich habe gehört, im Yoga muss man nur sitzen und atmen. Das ist dann wieder die andere Seite. Das sind die, die vielleicht weniger tun möchten. Und die möchte ich in die Bewegung holen. Denen möchte ich Körpergefühl beibringen. Und das ist die größte Herausforderung für mich. Weil das sind auch meistens die, die hinterher sagen: Ja, das ist mir zu anstrengend, da gehe ich nicht mehr hin. 

I: Welchen Wissensstand bringen denn Personen mit, die sich für Yoga bei dir interessieren? Sollte man sich vorher schon informiert haben? 

B: Ich habe eine Schülerin, die mich früher aus den Yogastunden kannte und sagte: Hey, bei dir habe ich schon mal Yoga gemacht, das ist super. Das ist auch eine Schülerin, die immer da sein wird, die macht auchweiter. Die ist auch im Yogathema drin. Viele kommen halt wirklich und haben noch nie was mit Yoga gehabt und sagen: Ja, nein, weiß ich jetzt nicht so, ich gucke mal. Also das ist ganz unterschiedlich. Und deshalb ist ja auch die Idee des Blogs Yoga mit MS, ich habe eigentlich hier in Düsseldorf gar nicht so einen großen Zulauf, weil das ja wirklich auch nur regional passieren kann, und nicht so ein weiter Anlauf, um in die Praxis hineinzukommen. Sondern das war für mich der Gedanke, ich möchte es für all die machen, die auch nicht in Düsseldorf wohnen und nicht zu Fuß zu mir in die Yogastunde kommen können, sondern die dann im Internet mit mir auf irgendeine Weise, ich weiß noch gar nicht so sehr, wie man das noch verbessern kann, wie man noch mehr die Leute ansprechen kann. Daran arbeite ich, das zu finden, dass man das übers Internet machen kann. Ob man da jetzt mit Videos auch mal arbeitet, das werde ich alles ausprobieren. 

I: Deine Website lautet Yoga MS. www.yoga-ms.de und ist ein Blog, auf dem du immer wieder deine Erfahrungen aus der Yogalehre mit MS-Betroffenen teilen möchtest. Seit wann gibt es denn den Blog und welche Informationen finde ich auf der Website? 

B: Den gibt es eigentlich genauso lange schon wie das Seminar. Seit dem Seminar, den habe ich eigentlich ziemlich zeitgleich aufgebaut. Man findet Ausrichtungen aus dem Yin-Yoga, das sind Positionen des Loslassens. Die werden unterstützt mit Hilfsmitteln wie die Wand oder Kissenblöcke. Und da legt man sich in die Position rein und hat überhaupt gar keine Anspannung in der Muskulatur, sondern man lässt über den Atem los. Das ist eine sehr angenehme und auch sehr kommende Praxis. Die ist noch nicht so lange, die gibt es erst seit ein paar Jahren, die kommt auch mehr aus Amerika als aus Indien. Und findet großen Zuspruch, gerade in unserer Zeit des Drucks, der Anspannung, der Erwartungen. Und einfach mal hängen lassen. Das ist das Yin-Yoga. Dann habe ich Yoga mit dem Stuhl, das ist erst mal so ausgerichtet, dass du dich an dem Stuhl festhalten kannst, dass du gestützt bist über den Stuhl oder aber auch, dass du im Sitzen Yoga machst, sprich für Rollstuhlfahrer. Dass man auch dann kleine Twists macht oder dass man auch im Sitzen einfach nur Yoga praktizieren kann. Man kann im Sitzen genauso auf die Ausrichtung mit dem Atem achten wie auch im Stand. Man muss nur wissen wie. Und das möchte ich auch alles noch aufbauen, dass auch die Rollstuhlfahrer vielleicht etwas in diesem Blog finden. Naja, und ansonsten gibt es halt dann Positionen mit dem Stuhl, ohne Stuhl Abläufe, vielleicht auch mal einen kleinen Sonnengruß, den man langsam und bewusst ausführen kann. So das sind die Ziele, die ich habe. Es gibt noch viel zu tun. 

I: Kann ich mich denn als MS-Betroffene bzw. Betroffener in einem Fitnessstudio vor Ort weiterinformieren oder dann doch lieber in einer Yogaschule, von der du sprachst. Welche Empfehlungen kannst du hier geben? 

B: Ich würde für MSler, also ich meineegal jetzt, das geht ja jetzt immer ganz Deutschland, hoffe ich, also wenn ein MS-Patient Interesse an Yoga hat und in seiner Stadt eine Yogaschule findet, welche Yin-Yoga oder ein sanftes Hata oder Rückenyoga anbietet, kann er das bestimmt durchaus da praktizieren. Wenn er der Yogalehrerin sagt, das er MS-betroffen ist oder sie MS-betroffen ist, sind Yogalehrer dazu in der Lage, darauf einzugehen. Dafür muss man nicht nach Düsseldorf kommen. Ich fände es natürlich schön, wenn man auch Yoga praktizieren kann mit der Anleitung für die MS. Also wenn eine physiotherapeutische Ausbildung dabei ist, ist es natürlich umso besser. So MS-Yoga würde ich eher sehen als Yoga mit physiotherapeutischen Ansätzen. Das ist eigentlich so das, was ich zusammenbringen möchte. 

I: Britta, wir haben bereits über deinen Blog Yoga-MS.de gesprochen. Wie komme ich ansonsten noch an weitere Informationen über das Thema Yoga? 

B: Einfach mal, wer Interesse an Yoga hat, einfach mal die naheliegende Yoga-Schule anfragen, ob da überhaupt Möglichkeiten bestehen. Ob da vielleicht auch ein Eins-zu-eins-Training geschehen kann, oder auch mal Physiotherapeuten ansprechen, weil Physiotherapeuten privat auch oft dem Yoga angetan sind. Und vielleicht auch da viel mehr Verbindung entstehen lassen in der Physiotherapie zum Yoga.Wäre auch ein guter, also ich meine, das ist einfach nur ein guter Rat für Betroffene, die nicht in Düsseldorf sind. 

I: Du erwähntes Eins-zu-eins-Yogastunden. Gibt es denn die Möglichkeit, dass meine Krankenkasse einen Kurs bezuschusst? 

B: Das wäre ein Traum, wenn die Krankenkassen das zulassen würden, aber wir haben als Yogalehrer schon unendlich Steine in den Weg gelegt bekommen, dass die Kasse uns finanziert. Meine Ausbildung, die ich als Yogalehrerin habe, würde, also meine Yogaausbildung reicht, aber ich habe den falschen Beruf studiert. Ich habe Architektur studiert. Wäre ich jetzt in einem halb, oder in einem medizinischen Beruf, würde ich die Zulassung bekommen, aber als Architektin bekomme ich leider keine Zulassung. Also da sind die Krankenkassen noch sehr träge; und auch sehr, oder nicht flexibel genug. Ich würde mir wünschen, nicht nur meine Person, sondern generell, dass so etwas wie die Verbindung zwischen Physiotherapie und Yoga unterstützt wird. Dass selbst meine Physiotherapeutin sagt, wenn du es nicht machst, vielleicht kann ich es ja machen. Und wir machen das gemeinsam, so, dass man so was aufbaut. Aber Krankenkassen bezuschussen das leider noch nicht. 

I: Kann sich denn jeder eine solche Yogastunde am Ende auch leisten und daran teilnehmen? Und wie schaffst du es, neue Interessentinnen und Interessenten zu gewinnen? 

B: Ja, also ich habe jetzt meinen Kurs so gar nicht so teuer angesetzt, nämlich aus genau diesem Gedanken, auf den du auch gekommen bist, dass ich irgendwie gesagt habe: Mensch, ich kann ja nicht so viel nehmen, wie ich in der Yogaschule nehme. Genau deswegen, weil ich die Leute ja auch erst mal zu mir holen möchte. Ich möchte ja auch erst mal, dass sie kommen und nicht direkt von dem Preis abgeschreckt werden. Aber das ist auch eher so ein idealistischer Gedanke. Auch der Blog, das ist reiner Idealismus. 

I: Liebe Britta, was möchtest du denn unseren Zuhörerinnen und Zuhörern noch abschließend mit auf den Weg geben? 

B: Was ich den Leuten auf den Weg geben möchte, ist einfach, dass sie in Bewegung bleiben, dass sie sich ermutigen weiterzumachen. Ich meine, man hat Tage, wo man wirklich denkt: Ach du Scheiße, es geht nicht mehr weiter, und was machst du jetzt. Und wie sieht der morgige Tag, wie sieht das nächste Jahr aus. Die Gedanken habe auch selbst ich, also ich liege hier auch manchmal und denke, ich weiß  nicht mehr weiter. Aber irgendwie geht das dann doch immer weiter, irgendwie schafft man es immer weiter. Und man darf einfach die Hoffnung nicht verlieren, dass man die Kraft bekommt, dass man immer wieder aufstehen kann oder sich, auch wenn man im Rollstuhl sitzt, das meine ich jetzt nicht aufstehen, dass man auf die Füße kommt, aber dann aufrichten, dass man wenigstens mit dem, was man zur Verfügung hat, weitermacht. Weil aufgeben ist das Schlimmste, was uns passieren kann. Es ist leicht aufzugeben. Und es ist schwer, weiterzumachen, aber es lohnt sich doch. 

I: Und damit ein herzliches Dankeschön an dich, Britta, dass du uns so viele Informationen und Einblicke rund um die Yoga-Lehre gegeben hast. Ich denke, es wurde deutlich, dass Yoga auch für MS-Betroffene eine Möglichkeit sein kann, um den eigenen Körper besser kennenzulernen und über sich selber etwas bewusster zu werden. Ich würde mich freuen, wenn du auch beim nächsten Mal wieder mit dabei bist. Hör doch auch in die weiteren Podcasts rein. Du findest sie alle auf www.ms-gateway.de. Und nun, herzlichen Dank für das freundliche Zuhören an dich, alles Gute, Denis von NeoDoc.