nadine umzug

Ein Umzug ist nie leicht – ob als Single, Paar oder Familie mit Kindern – und dann noch mit MS im Gepäck. Mit dem kleinen Emil (2 1/2 Jahre) und Baby Theo (4 Monate) war es ehrlich gesagt sogar ziemlich chaotisch. Unsere neue Wohnung ist auch nicht gerade um die Ecke, wir sind 70 Kilometer weiter gezogen. Ein großer Schritt für mich und meinen Mann: Nicht nur aus der Wohnung ins Eigenheim, sondern auch von der Stadt aufs Land.

Seit der Diagnose MS versuche ich „ruhig“ zu leben. Stress ist bekanntlich negativ und fördert Schübe. Daher versuche ich entspannt durchs Leben zu gehen. Als Mama muss ich mir das zwischendurch immer mal wieder bewusst machen, es klappt aber meistens ganz gut. So auch bei unserem Umzug, obwohl uns doch der ein oder andere Stein in den Weg gelegt wurde. Eine Woche vor dem Umzug, ging mein Auto kaputt, eines der Kinder wurde krank und dann schließlich auch noch mein Mann. Glücklicherweise haben wir solche Dinge schon im Vorfeld eingeplant und ein Umzugsunternehmen damit beauftragt uns zu unterstützen. Ich sag‘s euch: Das war eine sehr gute Entscheidung! Gepackt haben wir ganz entspannt (so entspannt, wie es eben sein kann) im Vorfeld. Mit vielen Pausen klappte es irgendwie. Auch Emil wurde von uns viel mit einbezogen. Das war uns wichtig, damit er nicht das Gefühl bekommt, dass wir ihm seine Spielsachen wegnehmen, sondern dass diese an einen neuen Ort kommen. Unserem neuen Zuhause. Wir haben ein Spiel daraus gemacht, „Einpacken“, dabei hatte er sogar richtig Spaß. Der einzige Haken an der Sache: Es dauerte länger. Dank unsrer Planung war das aber kein Problem und der Umzug lief dadurch für alle viel entspannter. Immer wieder haben wir Emil erklärt, dass wir in ein „neues“ Zuhause ziehen. Das „neue“ Zuhause war für ihn auch nicht unbekannt, denn wir haben mit den Kindern im Vorfeld das Haus häufiger besucht, damit es eben nicht fremd ist, wenn wir einziehen.

Der große Umzugstag selbst verlief im Endeffekt sogar leichter als ich dachte. Meine Mama hat Emil beschäftigt und bei Laune gehalten. Theo und ich sorgten für die Verpflegung der Umzugscrew. Ich habe mir auch hier keinen Stress gemacht und ging mit der Einstellung „was wir schaffen, das schaffen wir, was nicht, das eben nicht“ an die Sache heran. Wobei - eine Bedingung an meinen Mann hatte ich: Abends muss eine Matratze in unserem Schlafzimmer liegen! Alles andere war mir (vorerst) egal.

Durch die Umzugsfirma ging dann alles sehr schnell: Karton und Möbel verließen die alte Wohnung und wanderten in den LKW. So zügig diese eingeladen wurden, wurden sie im neuen Haus wieder ausgeladen. Ich konnte mich am Ende des Tages nicht nur über eine Matratze im Schlafzimmer freuen, das Bett wurde sogar aufgebaut. Ich war happy! Klar – die Kisten waren durcheinander, die Kinderzimmer nicht fertig und gestrichen werden musste auch noch. Das lief dann nach und nach und brachte mich nicht aus der Ruhe.

Wenn man mit einer realistischen Einstellung an die Sache geht, dann erspart man sich unnötigen Stress. Mängel und Überraschungen erlebten wir natürlich auch. Ich denke, damit muss immer gerechnet werden. In einem Raum funktionierte der Strom nicht, nach dem ersten Waschgang hatten wir Wasser im Keller und die Spülmaschine funktionierte nicht. Zum Glück hatte mein Mann Urlaub, sodass ich nicht alleine mit dem Chaos dastand. Auch hier liegt in der Ruhe die Kraft: Alles konnte letztendlich behoben werden und wir sind glücklich in unserem neuen Zuhause angekommen.

Stand der Dinge: Meine MS ist ruhig. Wahrscheinlich auch, weil ich mir bewusst Pausen genommen habe, unnötigen Stress vermieden habe und auch während der Umzugsvorbereitungen einfach intensive Zeit mit den Kindern verbracht habe.

Meine persönlichen Umzugs-Tipps:

  1. Die wichtigsten Dinge, wie Zahnbürsten, Wechselkleider für die Kinder, Kuschelbär, Spielautos und Medikamente, hatte ich immer griffbereit in der Handtasche. Das beugt unangenehme Situationen und Stress vor.
  2. Geht realistisch und gelassen an die Sache heran! Es wird nicht alles sofort perfekt sein und das muss es auch nicht. Lasst euch Zeit, atmet einmal mehr tief durch und genießt das Neue. Macht euch bewusst: „Zuhause ist da, wo die Familie ist.“ Auch wenn die Wände noch nicht gestrichen sind und ihr erstmal mit dem Wasserkocher Ravioli macht, weil der Strom nicht funktioniert.