Hallo Winter, hallo Erkältungs- und Grippezeit! Jede Menge Mamas aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis graut es vor den Wintermonaten. Und ganz ehrlich: Mir auch. Die Kleinen haben oft eins nach dem anderen und stecken sich immer gegenseitig an. Theo (mein Baby) nimmt gerade alles in den Mund. Emil besucht mit 20 anderen Kleinkindern das Kinderturnen. Ständig hustet dort einer oder ist verschnupft. Kennen alle Mamis und Papis, oder? Ich bin froh, dass Emil gerne und viel Obst isst und ich hoffe auf die nötige Vitamin-Ladung. Im Supermarkt desinfiziere ich tatsächlich den Wagen, bevor ich die Kinder reinsetzte – klingt für manchen vielleicht ein wenig „übervorsichtig“, aber damit habe ich einfach ein ruhigeres Gewissen. Einer Erkältung vorzubeugen ist sowohl mit als auch ohne Kleinkinder äußert schwierig. Einsperren wäre die absolut falsche Alternative. Kleine Infekte gehören zum Leben dazu und sind gut für das Immunsystem. Auch, wenn es für uns Eltern extrem anstrengend werden kann, wenn die Kleinen krank sind. Schlafmangel und quengelnde Kinder sind dann vorprogrammiert – auch ich kann ein Lied davon singen. Ein wenig anders und nicht so „einfach“ sieht es allerdings aus, wenn du chronisch krank bist. So wie ich. In den Wintermonaten tritt zu kleineren ungefährlichen Infekten auch die Grippe auf und diese ist absolut nicht ungefährlich. Die Grippe ist eine Virusinfektion und wird über Tröpfchen übertragen. Niesen, Husten – kurz nicht aufgepasst in der Bahn im Bus oder beim Einkaufen und schon ist es passiert. Jedes Jahr aufs Neue haben wir die Möglichkeit uns impfen zu lassen. Ich habe mich eigentlich nie dafür interessiert bzw. hielt es nie für notwendig. Jung und gesund, was soll da schon passieren? Seit 2015 habe ich nun Multiple Sklerose. Meine MS ist die letzten drei Jahre sehr gnädig mit mir, anders verhält es sich, sobald ich krank bin. Selbst kleine Infekte werfen mich aus der Bahn. Ich kämpfe dann mit starken MS-Symptomen und sogenannten Pseudoschüben, wie z.B. Schwindel, Spastik im Bein und Taubheit. Während dieser Phasen bin ich wirklich auf Hilfe angewiesen. Und eins steht fest: Wir wissen heute, dass Infekte das Schubrisiko erhöhen. Die STIKO (ständige Impfkommission des Robert Koch Instituts) empfiehlt MS-Patienten die Influenza-Impfung. Schwangeren und anderen chronisch Kranken wird sie ebenfalls empfohlen. Vor genau einem Jahr war ich schwanger und hatte ein Kleinkind zu Hause. Mein Mann ist im medizinischen Bereich tätig, er hält sich sowohl in einer Praxis als auch im Krankenhaus auf und kommt ständig mit sämtlichen Keimen in Kontakt. Da also quasi dauerhaft die Gefahr besteht, dass er Keime oder ähnliches überträgt, habe ich mich intensiv mit meinem Neurologen und Gynäkologen über das Thema ausgetauscht und entschied mich, für meine erste Influenza-Impfung. Sie tat nicht weh und ich hatte keine Nebenwirkungen – glücklicherweise. Es wird empfohlen, sich im Oktober, spätestens im November impfen zu lassen. Die richtige Grippe kann gesunde und junge Menschen schon richtig krank machen. Wie ergeht es dann jemandem, der schon mit kleinen Infekten stark zu kämpfen hat? Jemandem wie mir? Ich habe mich dieses Jahr wieder für die Impfung entschieden! Das muss aber jeder für sich abwägen und entscheiden. Ich möchte keine Empfehlung aussprechen, aber für mich war und ist es die richtige Entscheidung. Wichtig zu wissen ist, dass es sich um eine Totimpfung handelt und somit für fast alle MS-Patienten möglich ist. Solltest du allerdings einen Schub haben oder vor kurzem gehabt haben, dann ist es besser damit zu warten. Ich weiß, dass das Thema „Impfen“ eine große Diskussionsfläche bietet. Es gibt einige Stimmen, die Impfungen als Schub- oder sogar MS-Auslöser sehen. In Studien kann diese Behauptung aber nicht nachgewiesen werden. Ich denke, solange wir nicht wissen, was die MS wirklich auslöst, können wir viel darüber spekulieren. Ich möchte gerne noch einmal betonen, dass ich in dieser Hinsicht niemandem zu irgendetwas raten möchte. Impfen ja oder nein, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Wichtig ist mir, dass ihr hinter eurer Entscheidung steht – egal was andere sagen. Wenn es uns nun doch einmal erwischt, versuche ich zuerst einige Hausmittelchen, bevor ich zu „härteren Maßnahmen“ greife. Gegen einen Virus hilft ja bekanntlich nichts wirklich, außer Ruhe, Ruhe und Ruhe. Während wir uns auskurieren, können wir aber die Symptome lindern.

  • Bei Husten habe ich letztes Jahr Zwiebelsaft für mich entdeckt, dieser ist schnell und einfach gemacht. Dafür benötigt ihr Zwiebeln und Zucker bzw. Honig – das hat wohl so gut wie jeder zu Hause. Im Internet findet ihr dazu schnell ein Rezept.
  • Gegen Halsweh nehme ich immer regelmäßig einen Löffel Honig zu mir. Dieser wirkt bekanntlich antibakteriell und beruhigt den Hustenreiz. (Hinweis: Honig ist nicht für Kinder unter einem Jahr geeignet).
  • Was wohl immer das A und O ist bei Krankheit: Viel trinken! Bei uns wird viel Tee getrunken. Bevorzugt einfach heißes Wasser und eine Zitrone reingepresst. Ein super Vitamin C Lieferant und ist dazu richtig lecker.
  • Häufiges Händewaschen ist hier Pflicht! Mein Mann und ich kennen es berufsbedingt nicht anders und machen es sowieso ständig zu Hause. Vielleicht als Tipp für Kinder: Emil hat richtig Spaß sich selbst die Hände zu waschen, mit viel Seife. Er darf auch bei mir nochmal nachseifen und ich bei ihm. Das ist unser „Spiel“ und ein guter Deal.
  • Ich habe tatsächlich schon versucht darauf zu achten, mir nicht ständig ins Gesicht zu fassen – schwerer als gedacht.
  • Stress vermeiden und ordentlich ausruhen. Hier wird dann eben auch mal ferngesehen, der Haushalt liegen gelassen und Essen bestellt. Deshalb bin ich keine schlechte Mutter. Früher ist es mir auch schwer gefallen jemanden um Hilfe zu bitten. Mittlerweile nicht mehr. Ich bin ziemlich froh, dass ich im absoluten Notfall auf meine Eltern, beste Freundin oder Cousine zurückgreifen kann.

Und nun, was machst du? Hast du Tipps für die Erkältungszeit? Ich wünsche euch allen eine schöne und vor allem infekt- und grippefreie Winterzeit.