MRT-Untersuchungen

Was ist ein MRT?

MRT ist die Abkürzung für Magnetresonanztomographie. Dies ist ein Verfahren, bei dem mit Hilfe von Magnetfeldern und Radiowellen Schnittbilder des Körpers erstellt werden. Weichteilgewebe wie Organe und Gehirn sind darüber gut darstellbar.

Ich behaupte mal, die meisten MS-Betroffenen zucken erst einmal zusammen, wenn sie das Wort „MRT“ hören. Ich persönlich verbinde ganz viel damit. Wenn ich an das MRT denke, kommen Gefühle wie Nervosität, Angst, Freude und Gewissheit in mir hoch. Als ich 2015 die Diagnose bekam und mein eigenes MRT-Bild sah, zerbrach alles für mich. Ich hatte die Läsionen schwarz auf weiß vor mir.

Mittlerweile kann ich gar nicht genau sagen, wie oft ich bereits im MRT war! Während Schüben, danach und zur Kontrolle. Ich erinnere mich, an eine Zeit, in der ich mich sehr gut fühlte und meine MS sich sehr ruhig verhielt. Ich war dann im MRT mit dem Gedanken: Da ist nichts. Umso erschrockener und niedergeschmetterter war ich, als ich eines Besseren belehrt wurde und die Krankheit in dieser Zeit weiter aktiv in meinem Kopf war. Das machte mir Angst und ich fühlte mich in diesen Momenten einfach hilflos.

Es gab aber auch schon MRT-Kontrollen, in denen ich gewettet hätte, dass Verschlechterungen oder Auffälligkeiten sichtbar werden, und es war nichts da. Ich verlasse mich da schon auf mein Gefühl, das kann ich nie so ganz abstellen; aber trotzdem weiß ich: Alles ist möglich. Deshalb bin ich vor jedem MRT aufgeregt und habe etwas Angst vor dem Ergebnis. Wir wünschen uns doch alle, dass nichts Neues zu sehen ist und die Krankheit sich ruhig verhält.

MRT-Kontrollen

Keine Frage: MRT-Kontrollen sind wichtig! Egal ob du eine medikamentöse Therapie machst oder etwas anderes. Du kannst dich gut fühlen und trotzdem kann die Krankheit weiter voranschreiten, ist mir ja auch passiert. Es ist wichtig zu sehen, was in deinem Kopf/ Rückenmark passiert. Es könnte sein, dass deine Therapie nicht ausreichend wirkt und eine Umstellung angebracht wäre.

Ich werde manchmal gefragt, wie oft ich zum MRT gehe. Pauschal lässt sich das nicht beantworten. Das ist sehr individuell. Wenn du gut eingestellt bist und keine neuen Symptome bemerkst, reicht sicherlich eine jährliche Kontrolle aus. Da wird dein Neurologe dich aber sicher kompetent beraten.

Für mich geht es Ende diesen Jahres noch einmal in die Röhre. Ich hatte Anfang 2021 ja einen Schub und habe daraufhin meine Therapie umgestellt. Wenn ich daran denke, bin ich schon etwas aufgeregt.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Das Wichtigste: Zieh am besten zu Hause schon alle metallischen Gegenstände aus, wie Schmuck, Piercings, Haarspangen, …

Jedes Mal bekomme ich vor Ort den gleichen Fragebogen zu Größe, Gewicht, Vorerkrankungen, Operationen usw. Da ich nicht in Unterhose da liegen möchte, ziehe ich mir meist eine Leggings oder Sporthose an und einen Sport-BH. Wenn ich dann vor der Umkleidekabine gesagt bekomme, „Ziehen Sie bitte Ihren BH aus“, (wegen dem metallischen Bügel) antworte ich: „Alles gut, ich habe extra einen Sport-BH an.“ Beim letzten Mal lachte die MTA und sagte: „Ein Vollprofi!“

Wenn das MRT mit Kontrastmittel gemacht werden soll, bekomme ich eine Kanüle gelegt, bevor es auf die Liege geht. Dann gibt’s Ohropax und Ohrenschützer gegen die Lautstärke und ich bekomme eine Klingel in die Hand gedrückt, um auf mich aufmerksam zu machen. Für das Kopf MRT bekommt man eine Art „Gerüst“ über den Kopf gezogen. Dann geht es eigentlich schon los. Es wird laut. Es sind ganz unterschiedliche Geräusche. Ein MRT vom Kopf dauert in der Regel 20-30 Minuten, Hals- und Brustwirbelsäule ca. 30-40 Minuten. Früher (vor Corona) redete der Radiologe direkt im Anschluss mit mir, schaute sich mit mir die Bilder an, verglich sie und ich wusste gleich Bescheid. Seit Corona ist das nicht mehr so. Immerhin bekam ich das letzte Mal am Ende hinterhergerufen, „Nichts Neues!“, das beruhigte schon sehr. Ich lasse mir dann direkt im Anschluss eine CD von meinen Bildern mitgeben. Der Radiologe ist meist sehr schnell und am nächsten Tag liegt das schriftliche Ergebnis meinem Neurologen vor. 

Tattoo und MRT?

Dies ist auch eine Frage, worauf ich immer mal wieder stoße. Vor 1990 war es in Deutschland gängig, dass die Farbe zum Tätowieren magnetische Inhaltsstoffe enthielt, wie Eisen-Carbonate, Eisen-Hydroxid usw. Tatsächlich ist es wohl so, wenn dein Tattoo nach 1990 gestochen wurde, sollte es eigentlich unbedenklich sein. Seit 1990 wird in der Regel Farbe verwendet, die wenig bis keine magnetischen Inhaltstoffe aufweist und somit MRT-tauglich ist. Die Verwendung von magnetischen Inhaltstoffen ist offiziell nicht untersagt. Wenn du dir ein Tattoo stechen lassen willst, informiere dich am besten im Vorfeld beim Tätowierer nach den Inhaltsstoffen der Farbe. Damit kannst du nichts falsch machen und bist auf der sicheren Seite.

Platzangst?

Ich bekomme häufig erzählt, dass Betroffene im MRT Platzangst verspüren. Das muss wirklich ein mieses Gefühl sein. Ich selbst leide nicht darunter. Dennoch muss ich sagen, wenn ich dieses „Gerüst“ um den Kopf bekomme, ist das nicht angenehm. Ich schließe meine Augen und lasse sie zu, bis ich fertig bin. Ich kann mir nicht ausmalen, wie sich Platzangst anfühlt. Wenn du darunter leidest, besprich es mit deinem Arzt. Es gibt Beruhigungstabletten oder vielleicht ist eher ein offenes MRT die bessere Wahl für dich. Es gibt immer Lösungen, du musst es nur kommunizieren.

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