Eine besondere Adventszeit

Nadine Kolumne Adventszeit

Ich liebe es, in der Adventszeit durch die festlich geschmückten Straßen zu gehen und mit Freunden über Weihnachtsmärkte zu schlendern. Die Weihnachtszeit bedeutet für mich friedliche Geborgenheit – klingt ein wenig kitschig, oder? 

Dieses Jahr steht die Vorweihnachtszeit leider unter einem anderen Stern. Es ist bei uns viel ruhiger als sonst im Dezember; keine Termine, Weihnachtsfeiern und keine großen Familienbesuche. Versteht mich nicht falsch, ich befürworte die geltenden Beschränkungen, aber sie zwingen uns alle zum umdisponieren. Mein Mann hat im Dezember Geburtstag, auch diesen Tag feiern wir notgedrungen im kleinen Familienkreis nur unter uns. Das ist schon eine ziemliche Umstellung.

Wir verbringen die Adventswochenenden nun also zu Hause, backen Plätzchen und genießen Familienzeit. Ich bastele sehr gern und Emil fängt jetzt so richtig damit an. Wir verbringen daher viel Zeit damit, DIY-Geschenke für unsere Familie, Freunde und Nachbarn zu basteln.

Ich habe festgestellt, dass ich dieses Jahr besonders viel geschmückt und auch mehr geputzt und aussortiert habe als sonst. Vermutlich, um zu Hause eine „heile Welt“ zu schaffen – abseits von Corona und Sorgen. Dieses Jahr hat mein Mann an Weihnachten außerdem keinen Dienst in der Klinik – das ist immerhin ein Umstand, den ich besonders genießen werde.

Man könnte also meinen, die Adventszeit und Weihnachten werden trotz allem besinnlich und stressfrei für mich – ganz so ist es leider nicht. Zwar geht es mir gut, aber in meinem direkten Umfeld gibt es Schwierigkeiten, die mich belasten. Es geht einer mir nahestehenden Person in meiner Familie nicht gut. Aufgrund von Corona dürfen wir nicht zu Besuch ins Krankenhaus und ich habe wahnsinnige Angst, diesen Menschen nicht mehr sehen zu können. Das ist emotional ein ziemlicher Drahtseilakt.

Natürlich bekomme ich auch mit, dass es einigen Menschen in meinem Freundeskreis aufgrund der aktuellen Situation finanziell nicht gut geht. Sie kämpfen darum, ihre Existenz aufrechtzuhalten und stehen extrem unter Druck. Diese Sorgen überschatten die Adventszeit für mich, aber ich versuche sie so gut es geht zu bewältigen.

Auch den Kindern wurde dieses Jahr viel abverlangt und sie mussten auf so viel verzichten. Ich weiß, dass es uns in Deutschland sehr gut geht und wir „auf hohem Niveau“ jammern. Dennoch leben auch hier Kinder in Armut oder schwierigen Verhältnissen und erhalten an Weihnachten keine Geschenke. Das ist in diesem Jahr etwas, worin ich mich engagieren möchte: Ich hatte vor einer Weile auf Instagram erzählt, wie traurig mich das macht und dass ich Kindern gerne eine Freude machen möchte. Ich bekam so viele Nachrichten von anderen Menschen, die mithelfen wollten, dass wir sich mittlerweile eine große Gruppe zusammengefunden hat, die jeden Wunsch anonym behandelt und schon einige Geschenke verschickt hat. Es gibt so wunderbare Menschen – auch in dieser schwierigen Zeit!

Ich hoffe, dass auch du das Beste für dich aus der Weihnachtszeit herausholen kannst und wünsche dir friedliche und besinnliche Tage!