Impfungen bei MS - ja oder nein?

Impfungen können helfen, sich vor Krankheiten zu schützen. Sie können das Immunsystem stärken und ein Abwehrsystem gegen Krankheiten aufbauen. Krankheitserreger haben es durch Impfungen schwerer, Ihre Gesundheit anzugreifen. Dies gilt auch für MS-Betroffene.

Aufgrund der aktuellen Studienlage wird MS-Patienten empfohlen, Impfungen mit Lebendimpfstoffen zu meiden. Als mögliches Risiko kann es durch Lebendimpfstoffe zum Auftreten von Schüben kommen. Inwieweit der Ausbruch einer MS mit beeinflusst werden kann, ist Gegenstand der Forschung. Nach gegenwärtiger Datenlage können Totimpfstoffe bei MS-Patienten eingesetzt werden.

Lebendimpfstoffe bestehen aus einer winzigen Menge von abgeschwächten Keimen. Diese sind zwar in der Lage, sich zu vermehren, jedoch für Gesunde völlig harmlos. Bei Impfungen gegen Mumps, Masern und Röteln werden typischerweise Lebendimpfstoffe eingesetzt. Totimpfstoffe hingegen sind nicht mehr in der Lage, sich weiter zu vermehren. Sie bestehen aus dem Erreger an sich, Bruchstücken von ihm, einer abgetöteten Form oder lediglich dem Gift. Beispiele für den Einsatz von Totimpfstoffen sind vor allem die Grippeschutzimpfung sowie die Tetanus- und Tollwutimpfung.

Der Impfschutz bei MS ist in den meisten Fällen nicht eingeschränkt. Im Kindesalter wird die Notwendigkeit von Impfungen oft unterstrichen, während sie im Erwachsenenalter vernachlässigt wird.

Folgende Impfungen werden routinemäßig empfohlen:

  • Diphtherie,
  • Tetanus (Wundstarrkrampf),
  • Poliomyelitis (Kinderlähmung),
  • Pertussis (Keuchhusten),
  • Masern,
  • Mumps und
  • Röteln (für Jahrgänge nach 1970).

Zusätzlich sollten Sie sich ab dem 60. Lebensjahr gegen Influenza (Grippe) und Pneumokokken-Infektionen schützen. Auch FSME-Impfungen werden für einige Regionen Deutschlands empfohlen. Nehmen Sie Ihr Impfbuch zum nächsten Arztbesuch mit und lassen Sie überprüfen, ob Ihr Impfschutz ausreichend ist bzw. wann eine Impfung wieder empfohlen wird.

Infekte erhöhen das Schubrisiko. Aus diesem Grund wird die Grippeschutzimpfung für MS-Patienten vom Krankheitsbezogenen Kompetenznetz Multiple Sklerose (KKNMS) empfohlen. Auch die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch Instituts (RKI) empfiehlt ausdrücklich die Influenza-Impfung für MS-Patienten: „Schübe einer MS-Erkrankung können durch virale Infektionen ausgelöst werden. Eine Influenza-Impfung reduziert möglicherweise die durch Influenza während einer Saison ausgelösten Schübe, ohne dass durch die Impfung selbst Erkrankungsschübe ausgelöst werden.“ Da es sich um einen Totimpfstoff handelt, kann er bei MS eingesetzt werden.