Das Nervensystem

Das komplizierte Zusammenspiel von Organen, Muskeln und Sinneswahrnehmungen unseres Körpers wird vom Nervensystem gesteuert. Im gesamten Nervensystem werden die Signale über Nervenzellen und deren Fortsätze weitergeleitet.

Das menschliche Nervensystem ist ein komplexes Kommunikations-Netzwerk aus zwei miteinander verknüpften Systemen: dem zentralen Nervensystem und dem peripheren Nervensystem.

Das zentrale Nervensystem (ZNS) besteht aus Gehirn und Rückenmark. Es stellt die Kommandozentrale dar, interpretiert die ankommenden Sinnesempfindungen (sensorische Informationen). Sobald Sie einen Gegenstand wie beispielsweise ein Buch in die Hand nehmen und anfangen zu lesen, übernimmt Ihr ZNS mehrere Aufgaben. Es sendet z.B. spezifische Befehlssignale aus, die bestimmen, wie Ihre Arme das Buch halten. Außerdem verarbeitet es die beim Lesen von Ihren Augen aufgenommenen Informationen.

Das periphere Nervensystem (PNS) besteht aus sensorischen und motorischen Nerven: Sensorische Nerven leiten Informationen, die man durch Sehen, Hören, Schmecken, Fühlen und Tasten aufnehmen kann, zum ZNS. Motorische Nerven leiten die vom ZNS kommenden Befehlssignale zu den Muskeln.

Bei Schäden des ZNS durch Krankheiten oder Verletzungen bestimmt der Ort der Schädigung die Art der daraus entstehenden Symptome. Schäden im Rückenmark können z.B. zu Taubheitsgefühl und Schwäche in den Gliedmaßen oder zu Blasenstörungen führen. Schäden am Sehnerven, der die Augen mit dem Gehirn verbindet, führen häufig zu einer Einschränkung der Bildschärfe und des Farbensehens.

Ein einfacher Weg zur Überprüfung der Funktion des Nervensystems ist es, den Rückenmarksreflexbogen zu testen. So lässt sich feststellen, ob der Patient an einer Erkrankung des Nervensystems leidet. Geprüft werden automatische Reaktionen, die keine Gehirnleistungen und kein Denken erfordern. Reflexfunktionen können z.B. durch Klopfen mit einem schmalen Reflexhammer auf Ellenbogen oder Knie geprüft werden.