Die Rolle der Interferone

Interferone sind körpereigene Eiweißstoffe, die das Immunsystem „modulieren“, also so verändern, dass die entzündliche Aktivität im zentralen Nervensystem nachlässt. Das synthetisch hergestellte Interferon beta ist ein MS-Basismedikament und unterscheidet sich nur wenig von dem natürlichen Interferon, das der Körper selbst bildet.

Interferon wirkt im Nervensystem Entzündung entgegen

Interferon beta

Interferon beta hat im Immunsystem vor allem eine beruhigende Wirkung. Überschießende Reaktionen werden eingedämmt. Damit kann Interferon beta das fehlgeleitete Immunsystem bei MS so regulieren, dass die Neigung zu weiteren Entzündungsreaktionen nachlässt. Deshalb auch der Begriff „Immunmodulator“.

Damit zielt das Medikament nicht auf akute Symptomlinderung ab, sondern setzt eher an dem Entstehungsmechanismus der MS-Beschwerden an. Die reduzierte immunologische Aktivität schützt vor dem Auftreten neuer Entzündungsherde und Läsionen im zentralen Nervensystem.

Mit einer Interferon-Langzeitbehandlung kann sich der natürliche Krankheitsverlauf bremsen lassen. Bei gutem Ansprechen auf die Behandlung werden Häufigkeit und Schwere der Schübe nachweislich reduziert. Und dementsprechend auch mögliche Folgeschäden. Deshalb empfehlen Experten den möglichst frühzeitigen Einsatz der Medikamente, also zu einem Zeitpunkt, an dem der Schaden im zentralen Nervensystem noch sehr gering ist.

Lange Erfahrung auch ein wichtiger Faktor

Neben der Wirksamkeit ist natürlich auch die Verträglichkeit und Sicherheit der Langzeitbehandlung von großer Bedeutung. Hier kommt den Interferonen eine Sonderrolle zu, denn als Vorreiter der Immunmodulation sind sie nunmehr seit über 20 Jahren im Einsatz. Es gibt also nicht nur die üblichen Studiendaten zum Zeitpunkt der Marktzulassung, sondern eine breite praktische Erfahrung, auch außerhalb der Studien.