Begleittherapien

Die Begleittherapien können Ihnen neben der MS-Basistherapie helfen, die MS-spezifischen Symptome zu lindern oder zu beseitigen. Die Symptome sind abhängig davon, welche Regionen des zentralen Nervensystems durch die MS beeinträchtigt sind. Da die Symptome bei jedem Patienten sehr unterschiedlich sein können, ist eine individuelle Behandlung wichtig. Nicht alle Symptome treten bei allen Menschen mit MS auf.

Bei einer Multiplen Sklerose kann es aber auch zu Beschwerden kommen, die völlig unabhängig von einem Krankheitsschub auftreten und die von ihrem Charakter her zunächst gar nicht an die MS denken lassen. Solche „Alltags-Symptome“ können phasenweise verstärkt auftreten, ganz selten auch zum nahezu ständigen Begleiter werden.

Zu nennen sind hier vor allem eine rasche und übermäßige Ermüdbarkeit, Muskelverkrampfungen (Spastiken), Schmerzen oder Konzentrationsprobleme. Alle genannten Symptome können, zumindest in ausgeprägten Fällen, die Arbeitsfähigkeit und den Alltag stark beeinträchtigen. Auch das verstärkte Auftreten von Symptomen durch Überhitzung (Uhthoff-Phänomen) kann besonders in heißen Sommermonaten oder im Urlaub zur Belastung werden.

Viele Beschwerden lassen sich aus eigener Kraft beseitigen

Zum Glück kann man etwas gegen diese Beschwerden tun. Die therapeutischen Möglichkeiten reichen von Anpassungen des eigenen Verhaltens im Alltag über krankengymnastische Übungen bis hin zu Medikamenten. Allerdings erfordert das mitunter eine gewisse Experimentierfreudigkeit, denn nicht jede Behandlung führt bei ähnlichen Beschwerden und bei allen Betroffenen zum gewünschten Erfolg. Auch möchte nicht jeder gegen jedes Symptom sofort Medikamente erhalten, selbst wenn die Beschwerden im Alltag als störend empfunden werden.

Entscheidend kann es sein, den Alltag zu analysieren und zu planen, Energien optimal zu einzusetzen und zu verteilen. Wichtig ist für viele Betroffene, die Symptome zunächst einmal zu akzeptieren und dann aktiv mit viel Eigeninitiative und Unterstützung von Arzt und Familie zu versuchen, gegen bestimmte Beschwerden vorzugehen. Wer dann seine eigene optimale Behandlung findet, hat zudem das gute Gefühl, der Krankheit und den Beschwerden aus eigener Kraft erfolgreich begegnet zu sein.

Besprechen Sie die bei Ihnen auftretenden Symptome unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt. Er wird zusammen mit Ihnen die für Sie passende Therapie auswählen.

Ziele der Begleittherapie

Mit der Therapie der Begleitsymptome sollen diese unabhängig von ihrer Art möglichst beseitigt werden. Das eigene Wohlbefinden steht hier im Vordergrund, um sich eine möglichst gute Lebensqualität zu erhalten. Dabei sind alle Maßnahmen hilfreich, die die körperlichen Funktionen trainieren, die eigenen Fähigkeiten zur Bewältigung des Alltags fördern und die Erwerbsfähigkeit erhalten.

Neben der medikamentösen Behandlung gibt es hier eine Reihe nicht-medikamentöser Therapien, die je nach Art und Ausprägung der Symptome in Frage kommen. Dazu zählen u. a. Physiotherapie, Sporttherapie, Logopädie und auch Psychotherapie. Scheuen Sie sich dabei nicht, die Ihnen angebotenen Hilfestellungen anzunehmen.