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9.3 Epilepsie

Betaferon sollte mit Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit Krampfanfällen in der Anamnese und bei Patienten, die mit Antiepileptika behandelt werden, besonders bei solchen Patienten, deren Epilepsie nicht adäquat mit Antiepileptika kontrolliert werden kann.1
Bei 2- 3 % der MS-Patienten kommt  es im Verlauf  der Erkrankung  zu einem oder wiederholten Krampfanfällen,  vermutlich durch Läsionen im zerebralen Cortex oder in der darunter liegenden weißen Substanz. Differenzialdiagnostisch kommen  neben epileptischen  Anfällen auch andere paroxysmale Phänomene wie z. B. Neuralgien  oder paroxysmale Spasmen in Betracht.2, 3 Letztere sind bei Multipler Sklerose ein häufiges Phänomen.Die Differenzierung hat therapeutische Konsequenzen. 
Eine Therapie mit Interferon beta kann einen epileptischen Anfall provozieren, wenn es im Rahmen der grippeähnlichen Symptome zu einer Erhöhung der Körpertemperatur kommt. In der Literatur wird beschreiben, dass die konsequente adjuvante Gabe von Paracetamol und Ibuprofen die Anfallsgefahr senken könne.5
 

Literatur
  1. Fachinformation Betaferon, Stand März 2017.
  2. Spatt J et al., J Neurol 2001; 248: 2 – 9.
  3. Sokic D et al., Epilepsia. 2001; 42(1): 72 – 79.
  4. Schapiro R, Curr. Neurol. Neurosci. Rep. 2001; 1: 299 – 302.
  5. Schmidt/Hoffmann, Multiple Sklerose, 5. Auflage, München: Elsevier GmbH 2012.