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9.2 Depressionen

Betaferon sollte mit Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit vorbestehenden oder aktuellen depressiven Störungen, insbesondere bei Patienten mit früher vorhandener Suizidneigung. Es ist bekannt, dass Depression und Suizidneigung bei Patienten mit Multipler Sklerose und Interferonbehandlung vermehrt auftreten. Patienten die mit Betaferon behandelt werden, sollen angewiesen werden, Symptome einer Depression oder Suizidneigung unmittelbar ihrem behandelnden Arzt zu berichten. Patienten, die an Depression leiden, sollten während der Therapie mit Betaferon  engmaschig beobachtet und entsprechend behandelt werden. Gegebenenfalls ist ein Abbruch der Betaferon -Behandlung in Betracht zu ziehen.1

Es ist bekannt,  dass Depressionen bei 50 % der Patienten mit Multipler Sklerose auftreten. Dies entspricht einem etwa sechsfach höheren Risiko an einer Depression zu erkranken als für die Allgemeinbevölkerung.2

Die meisten Veröffentlichungen sehen keinen Zusammenhang zwischen beta-Interferonen und dem Auftreten von Depressionen. In der klinischen Studie zur schubförmig remittierenden MS waren Depressionen unter Verum nicht signifikant häufiger als in der Placebogruppe. In der zulassungsrelevanten klinischen Studie bei 718 Patienten mit sekundär progredienter MS waren Depressionen in der Verumgruppe mit 24 % und in der Placebogruppe mit 31 % in etwa gleich häufig  verteilt. Bei Patienten mit erstem MS-verdächtigen klinischen Ereignis (BENEFIT-Studie) traten  Depressionen bei Placebo-Patienten mit 11 % im Vergleich zu 10 % bei Betaferon-Patienten ebenfalls in vergleichbarer Häufigkeit  auf.3, 4, 1

Literatur
  1. Fachinformation Betaferon, Stand März 2017.
  2. Sadovnick AD, Remick RA, Allen J, Swartz ML. Depression and Multiple Sclerosis. Neurology (1996); 46(3):628- 632.
  3. The IFNB MS Study Group, Neurology 1993; 43: 655 – 661.
  4. Kappos L et al., Neurology 2006; 67: 1242 – 1249.