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9.1 Schilddrüsenerkrankungen

Unter Betaferon wurden - das endokrine System betreffende - unerwünschte Arzneimittelwirkungen beobachtet. Dabei handelt es sich um Hyperthyreose (selten), Schilddrüsenerkrankungen (selten), sowie Hypothyreose (häufig).1

Regelmäßige Schilddrüsenfunktionstests werden empfohlen bei Betaferon-Patienten mit einer Funktionsstörung der Schilddrüse in der Anamnese oder bei medizinischer Indikation.

MS-Patienten leiden signifikant häufiger als die Normalbevölkerung an anderen begleitenden Autoimmunerkrankungen wie z.B. Autoimmunthyreoiditiden.2

In einer prospektiven Untersuchung von 156 Patienten mit schubförmig verlaufender MS traten unter einjähriger Betaferon-Behandlung de novo Schilddrüsenveränderungen bei 8,3 % und antithyreoidale Autoantikörper bei 4,5 % der Patienten auf. Die Wahrscheinlichkeit für eine Schilddrüsenfunktionsstörung oder die Bildung von Autoantikörpern war im Vergleich zur Kontrollgruppe nicht signifikant erhöht.3 Dieses Ergebnis konnte auch für Patienten mit sekundär progredienter MS bestätigt werden. Die Untersuchung von 708 Patienten der Europäischen SPMS-Studie mit Betaferon kam zu dem Schluss: „Betaferon induziert keine Autoantikörper“.4 Untersucht wurden hier neben Schilddrüsen-Autoantikörpern (TG, TPO) auch ANA, AMA, SMA und LKM-Antikörper.

Literatur
  1. Fachinformation Betaferon®, Stand März 2017.
  2. Midgard R et al Acta Neurol Scand. 1996; 93(5): 307 – 314.
  3. Durelli L et al., J Clin Endocrinol Metab. 2001; 86(8): 3525 – 3532.
  4. Polman C et al., Neurology 2005; 64: 996 – 1000.