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5.2 Interferon beta und Kinder

Berichte und Studien zeigen, dass Beta-Interferone bei pädiatrischen MS-Patienten häufig eingesetzt werden. Ihr Einsatz gilt im Allgemeinen als Standardtherpie.1 Erkenntnisse aus der Behandlung von Patienten mit Erkrankungsbeginn im Erwachsenenalter weisen darauf hin, dass ein sofortiger Therapiebeginn nach Diagnose einen günstigen Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben kann. Bei Läsionsmustern mit inflammatorischen Prozessen im MRT und besonders hohen Schubfrequenzen, wie sie bei pädiatrischen Patienten häufig sind, ist der Einsatz einer immunmodulatorischen Therapie  sinnvoll, da diese gezielt in die inflammatorischen Prozesse eingreift.

Pädiatrische MS-Patienten zwischen 12 und 16 Jahren, die mit Interferon beta behandelt worden sind, wurden in zwei randomisierten, nicht verblindeten Studien mit einer Kontrollgruppe verglichen. In beiden Studien zeigte sich in der Nachbeobachtungszeit von 4,0 bis 5,5 Jahren für die mit Interferon beta behandelten Patienten im Vergleich zur unbehandelten Kontrollgruppe eine Reduktion der Schübe und neuer T2-Läsionen im MRT sowie eine verzögerte Behinderungsprogression.2, 3 Weitere Ergebnisse lieferte die 2017 veröffentlichte BETAPAEDIC-Studie (s. Kapitel  3.10. und 5.3.). Heutzutage gehören die Beta-Interferone zu den Standarderstlinientherapien für die Behandlung pädiatrischer MS-Patienten, deren Einsatz durch observationale Studien und Konsensusleitlinien von Experten gestützt wird.4,5Auch die International Pediatric Multiple Sclerosis Study Group (IPMSSG) empfiehlt die Behandlung von pädiatrischen MS-Patienten mit zugelassenen Interferon beta-Präparaten.1

Literatur
  1. Chitnis T et al., MSJ 2012; 18(1): 116-127.
  2. Mikaeloff Y et al.,Eur J Paediatr Neurol. 2008 May;12(3):205-9. Epub 2007 Sep 19.
  3. Pakdaman H et al., Neuropediatrics. 2006 Aug;37(4):257-60.
  4. Ghezzi A et al., Neurology 2016; 87(Suppl. 2): 97-102.
  5. Simone M and Chitnis T, Curr Treat Options Neurol (2016) 18:36.