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5.1 MS und Kinder

Multiple Sklerose (MS) tritt häufig in einem Alter von 20-40 Jahren auf. Dennoch sind 3-10% der Patienten, die an MS erkranken, unter 18 Jahre alt.1, 2, 3 Das durchschnittliche Alter bei Kindern zum Zeitpunkt des erstmaligen Auftretens der Erkrankung liegt bei 13,7 Jahren.4

Kinder erkranken hauptsächlich an der schubförmig-remittierenden Form der Multiplen Sklerose (95%), die in jungen Jahren mit hochinflammatorischen Prozessen und einer erhöhten Schubfrequenz verbunden ist.5 Ebenso wie bei Erwachsenen, sind Mädchen häufiger betroffen als Jungen, wobei sich die Geschlechterverhältnisse altersabhängig verschieben.3, 4

Obwohl die Zeitspanne bis zum Erreichen eines bestimmten Behinderungsgrades bei im Kindesalter erkrankten Patienten größer ist als bei Erwachsenen (Abb. 33), sind sie bei Erreichen dieses Behinderungsgrades durchschnittlich 10 Jahre jünger als MS-Patienten, die erst im Erwachsenenalter erkrankt sind.4 Ähnliches konnte auch in Bezug auf die Konversion der RRMS zu einer SPMS beobachtet werden (Abb. 34).6

Abb. 33: Zeit bis zum Erreichen von EDSS 4 (modifiziert nach Simone IL et al., Neurology 2002;59(12):1922-1928.)
Abb. 34: Zeit bis zum Entwickeln einer SPMS

Ein weiterer wichtiger Aspekt der MS in der Pädiatrie ist das frühzeitige Auftreten kognitiver Einschränkungen. In einer Studie zeigten bis zu 35% der pädiatrischen Patienten kognitive Defizite.7 Je jünger der Patient bei der Erstmanifestation der Erkrankung ist desto schwerwiegender scheinen die Einschränkungen zu sein.8

Literatur
  1. Schmidt RM und Hoffmann FA, Multiple Sklerose, 5. Ausgabe, Urban & Fischer, München, 2012
  2. Flachenecker P et al., Nervenarzt 2005; 76: 967-975. Graphik modifiziert nach Flachenecker P et al., Nervenarzt 2005; 76: 967-975.
  3. Banwell B et al., Lancet Neurol 2007; 6: 887-902.
  4. Renoux C et al., New Engl J Med 2007; 356: 2603–2613.
  5. Ghezzi A et al., Neurology 2016; 87(Suppl. 2): 97-102.
  6. Simone IL et al., Neurology 2002; 59(12): 1922-1928.
  7. MacAllister WS et al., Neurology 2005; 64: 1422–1425.
  8. Banwell B and Anderson PE, Neurology 2005: 64: 891-894.