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3.2.4 BENEFIT-11-Jahresdaten

The 11-year long-term follow-up study from the randomized BENEFIT CIS trial

2014

Auszug aus der Publikation Kappos L et al., 2014

Abstract

Objective: To assess outcomes for patients treated with interferon beta-1b immediately after clinically isolated syndrome (CIS) or after a short delay.

Methods: Participants in BENEFIT (Betaferon/Betaseron in Newly Emerging MS for Initial Treatment) were randomly assigned to receive interferon beta-1b (early treatment) or placebo (delayed treatment). After conversion to clinically definite multiple sclerosis (CDMS) or 2 years, patients on placebo could switch to interferon beta-1b or another treatment. Eleven years after randomization, patients were reassessed.

Results: Two hundred seventy-eight (59.4%) of the original 468 patients (71.3% of those eligible at participating sites) were enrolled (early: 167 [57.2%]; delayed: 111 [63.1%]). After 11 years, risk of CDMS remained lower in the early-treatment arm compared with the delayed-treatment arm (p=0.0012), with longer time to first relapse (median [Q1, Q3] days: 1,888 [540, not reached] vs 931 [253, 3,296]; p=0.0005) and lower overall annualized relapse rate (0.21 vs 0.26; p=0.0018). Only 25 patients (5.9%, overall; early, 4.5%; delayed, 8.3%) converted to secondary progressive multiple sclerosis. Expanded Disability Status Scale scores remained low and stable, with no difference between treatment arms (median [Q1, Q3]: 2.0 [1.0, 3.0]). The early-treatment group had better Paced Auditory Serial Addition Task-3 total scores (p=0.0070). Employment rates remained high, and health resource utilization tended to be low in both groups. MRI metrics did not differ between groups.

Conclusions: Although the delay in treatment was relatively short, several clinical outcomes favored earlier treatment. Along with low rates of disability and disease progression in both groups, this supports the value of treatment at CIS.

Classification of evidence: This study provides Class IV evidence that early compared to delayed treatment prolongs time to CDMS in CIS after 11 years.

Kappos L et al., Neurology 2016;87(10):978–987

Abb. 16: Studiendesign BENEFIT-11
  • Die multizentrische, randomisierte BENEFIT-Studie setzte sich aus einer zweijährigen doppelblinden, placebokontrollierten Phase und einer prospektiv geplanten dreijährigen Nachbeobachtung (Jahr 3–5) zusammen. Anschließend gab es eine observationale Extensionsphase über weitere 3 Jahre (Jahr 6-8). Nach 3 weiteren Jahren wurden die Patienten der teilnehmenden Zentren umfassend nachuntersucht (Jahr 11).
  • Patienten wurden nach 2 Jahren entsprechend der Therapieempfehlung des Arztes behandelt. Folgende mögliche Therapien standen zur Verfügung: Betaferon oder andere MS-Basistherapien, Eskalationstherapien oder keine Behandlung.

Studienziel:

  • Untersuchung des Langzeiteinflusses eines frühen Therapiebeginns mit Betaferon im Vergleich zu einem verzögerten Behandlungsstart auf den Krankheitsverlauf 11 Jahre nach dem Auftreten eines klinisch isolierten Syndroms (CIS)

Studienendpunkte:

  • Zeit bis zur CDMS
  • Zeit bis zum nächsten Schub nach Auftreten des CIS
  • Jährliche Schubrate
  • EDSS
  • Konversion zur SPMS
  • MRT-Parameter
  • Berufstätigkeit
  • Kognition z. B. gemessen mit PASAT-3
  • Lebensqualität gemessen am EQ-5D und FAMS
  • Depressionsymptomatik
  • OCT-Status
  • Vitamin D-Status

Studienergebnisse:

Abb. 17: Konversion zur klinisch gesicherten MS (CDMS)

Ein früher Behandlungsstart mit Betaferon, sofort nach dem ersten klinischen Ereignis, reduziert über 11 Jahre das Risiko für Konversion zur CDMS um 33% (p=0,0012).

Abb. 18: Ergebnisse zum EDSS der gesamten Population der Querschnittsuntersuchung

11 Jahre nach der CIS zeigte sich eine hohe EDSS-Stabilität nach einer initialen Betaferon-Therapie.

Abb. 19: Anteil Patienten mit Erwerbstätigkeit in %

278 von 468 Patienten (~ 60% der Patienten in der placebokontrollierten Studienphase (Jahr 1 bis 2)) konnten in die Auswertung 11 Jahre nach Studienbeginn eingeschlossen werden.

Die Wiederauffindungsrate oder Teilnahmerate entsprach mit ca. 60% der ursprünglichen Patienten der Rate vergleichbarer Langzeitstudien.

Der Umstand, dass 40 % der Patienten nicht evaluiert werden konnten, ist bei der Bewertung der Studienergebnisse zu berücksichtigen.

 

Die frühe Betaferon-Therapie bietet im Vergleich zu einem verzögerten Therapiestart große Vorteile im Beobachtungszeitraum von 11 Jahren:

  • Signifikante Verzögerung der Zeit bis zur Konversion zur CDMS unter früher im Vergleich zu verzögerter Betaferon-Therapie. (s. Abb. 17)
    • Der frühe Behandlungsstart mit Betaferon, sofort nach dem ersten klinischen Ereignis, reduzierte über 11 Jahre das Risiko für die Konversion zur CDMS um 33% (p=0,0012).
    • Nach der Kaplan-Meier-Auswertung betrug im Jahr 11 das CDMS-Risiko im Studienarm mit frühen Therapiebeginn 66,6% und in der Gruppe mit verzögertem Behandlungsstart 75% (p=0,0034).
  • Signifikant geringere, jährliche Schubrate nach frühem Therapiebeginn im Vergleich zu verzögerter Behandlung mit Betaferon (p=0,0018). Die relative Risikoreduktion beträgt 19,06%.
  • Signifikant längere Zeit bis zum 1. Schub nach Studienbeginn Frühe Behandlung: 1888 Tage (Median) [Q1 540, Q3 nicht erreicht] Verzögerte Behandlung: 931 Tage (Median) [Q1 253, Q3 3296] Über 11 Jahre betrug die Risikoreduktion bei früher Betaferon-Behandlung im Vergleich zu verzögerter Therapie 34,5% (p=0,0005).
  • Der EDSS blieb mit 2,0 im Median über 11 Jahre niedrig. Nach 11 Jahren hatten 69,8% der Patienten einen EDSS < 3 (Median). (s. Abb. 18)
  • Signifikant bessere kognitive Leistungsfähigkeit (PASAT-Z-Score) unter früher im Vergleich zu verzögerter Betaferon-Therapie (p=0,0070).
  • Hoher Anteil erwerbstätiger MS-Patienten: 73,4% der Patienten in der BENEFIT-Studie standen 11 Jahre nach Auftreten des CIS noch im Berufsleben. Zum Start der BENFIT-Studie waren es 81,3% der Patienten. (s. Abb. 19)
  • Über den gesamten Beobachtungszeitraum von 11 Jahren zeigte sich eine hohe Lebensqualität gemessen am EQ-5D und FAMS-TOI.