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10.8 Umstellung von anderen Präparaten auf Betaferon

Im Folgenden sind Informationen aus dem Qualitätshandbuch Multiple Sklerose des KKNMS bzgl. Umstellung von anderen MS-Therapien/ Eskalationstherapien auf Betaferon zusammengefasst.1

Glatirameracetat:

Bei einer Umstellung von Glatirameracetat auf Betaferon ist kein besonderer Sicherheitsabstand nötig.

Dimethylfumarat:

Bei Vorbehandlung mit Dimethylfumarat ist kein besonderer Sicherheitsabstand zu beachten. Eventuelle Einflüsse auf Blutbild und Leberwerte sollten jedoch abgeklungen sein.

Teriflunomid:

Vor Therapiewechsel sollte zum Ausschluss einer relevanten Leukopenie ein Blutbild plus Differentialblutbild gemacht werden. Es sollte ein Sicherheitsabstand von mindestens 4 Wochen eingehalten werden.

Daclizumab:

Ein Sicherheitsabstand von vier Wochen nach letzter Injektion sollte einghalten werden. Hautveränderungen sowie Effekte von Daclizumab auf Blutbild, Leber-und Nierenwerte sollten abgeklungen sein (obligat). Die Leberwerte sollten bis zu sechs Monaten nach Daclizumab-Therapie kontrolliert werden (obligat).2

Fingolimod:

Vor Therapiewechsel sollte zum Ausschluss einer Lymphopenie ein Blutbild plus Differentialblutbild durchgeführt werden (obligat). Es ist ein Sicherheitsabstand von mindestens 4 Wochen einzuhalten.

Natalizumab:

Es ist ein Sicherheitsabstand von mindestens 6-8 Wochen einzuhalten. Außerdem sollte vor Therapiewechsel ein Differentialblutbild sowie eine Untersuchung der Leberwerte durchgeführt werden (obligat).

Azathioprin, Ciclosporin A, Mitoxantron, Methotrexat:

Es ist ein Sicherheitsabstand von mindestens 3 Monaten einzuhalten. Zum Ausschluss einer Lymphopenie sollte vor Therapiewechsel ein Blutbild plus Differentialblutbild durchgeführt werden (fakultativ).

Zur Deeskalation von Mitoxantron auf Betaferon siehe Kapitel 3.8 Amboss-Studie.

Alemtuzumab:

Eine Umstellung auf Betaferon sollte frühestens 6-12 Monate nach der letzten Alemtuzumab-Infusion stattfinden. Ein Blutbild plus Differentialblutbild sollten durchgeführt werden (obligat), eine durchflusszytometrische Zellphänotypisierung kann fakultativ erstellt werden.

Rituximab/ Ocrelizumab:

Ein Sicherheitsabstand von mindestens 6 Monaten sollte vor Therapiewechsel eingehalten werden. Auch hier sollte ein Blutbild plus Differentialblutbild erstellt werden (obligat). Eine durchflusszytometrische Zellphänotypisierung kann fakultativ erstellt werden. Die Effekte der Rituximab auf das Immunsystem sollten abgeklungen sein.

Studienmedikamente:

Es kann kein genauer Sicherheitsabstand genannt werden. Jedoch sollten die Effekte auf das Immunsystem bzw. weitere Organsysteme (z. B. Autoimmunerkrankungen) vor Therapiewechsel abgeklungen sein. Ein Mindestabstand der fünffachen Eliminationshalbwertszeit des Studienpräparats ist einzuhalten. Es sollte eine Rücksprache mit dem MS-Zentrum erfolgen, welches den Patienten während der Studie betreut hat. Ein normaler Immunstatus sollte mithilfe eines Differentialblutbildes nachgewiesen werden (obligat).

Literatur
  1. Kompetenznetz Multiple Sklerose, Qualitätshandbuch MS / NMOSD, 2. überarbeitete und erweiterte Auflage Juli 2017
  2. KKNMS: Aktuelle Sicherheitshinweise zur Anwendung von Daclizumab (Stand: 09. November 2017)