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10.7.3 Andere unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Beim erstmaligen Auftreten oder einer sich verstärkenden Spastik unter Betaferon sollte untersucht werden, ob es sich um ein isoliertes Spastizitätsproblem und damit möglicherweise um eine Nebenwirkung handelt oder ob weitere MS-typische Symptome eine Spastik begleiten. Das ließe dann eher auf ein Fortschreiten der MS schließen.1, 2, 3 Bei starker Temperaturabhängigkeit der Spastik ist auch an ein Uthoff-Phänomen zu denken.
In der europäischen Studie zur sekundär progredienten MS kam es zu einer verstärkten Spastik bei 37,8 % der Betaferon- Patienten und bei 27,4 % der Placebo-Patienten.4 Eine Zunahme der Spastik durch die Interferongabe sollte frühzeitig mit antispastischen Medikamenten, wie beispielsweise Baclofen oder Tizanidin, behandelt werden.

 

In den meisten Fällen hält die Verstärkung vorbestehender Symptome weniger als 48 Stunden an und kann zwischen den Betaferon-Applikationen wieder abklingen.

Um eine Erhöhung der Körpertemperatur unter der Interferon-Therapie zu vermeiden und damit einer Verschlimmerung einzelner MS-Symptome (Uthoff-Phänomen) entgegenzuwirken, empfiehlt es sich, Paracetamol oder Ibuprofen in der Dosierung von jeweils 500 bis 1.000 mg Paracetamol bzw. 400 mg Ibuprofen einzunehmen.5, 2, 6

Bitte beachten Sie auch die Angaben zu den Nebenwirkungen in der Fachinformation Betaferon. Weitere Informationen zu Blutwerten, die beobachtet werden sollten, finden Sie auch in den Kapiteln 10.3. und 10.4.

Literatur
  1. Bayas A und Rieckmann P, Drug Safety 2000; 22 (2): 149 – 159.
  2. Gebrauchsinformation Betaferon, März 2017.
  3. Munschauer F und Kinkel R, Clin Ther 1997; 19: 883 – 893.
  4. European Study Group on IFN beta-1b in SPMS, Lancet 1998;352:1491 – 1497
  5. Kompetenznetz Multiple Sklerose, Qualitätshandbuch MS / NMOSD, 2. überarbeitete und erweiterte Auflage Juli 2017
  6. The IFNB MS Study Group, Neurology 1993; 43: 655 – 661.