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10.4 Therapieunterbrechungen

Therapieunterbrechungen können bei Auftreten verschiedener unerwünschter Begleiterscheinungen oder Laborwertveränderungen notwendig werden.

Beim Auftreten von grippeähnlichen Nebenwirkungen, die nicht mit Paracetamol oder Ibuprofen beherrschbar sind, kann eine zeitweilige Dosisreduktion erfolgen.1

Bei veränderten Laborwerten muss die Entscheidung zur Dosisänderung bzw. zur Therapieunterbrechung für den jeweiligen Patienten individuell anhand der Laborparameter und des klinischen Bildes getroffen werden. 

Von der KKNMS wird eine Unterbrechung der Therapie bei Unter- bzw. Überschreitung folgender Werte empfohlen2:

  • Leukozyten <3000/ml
  • Thrombozyten <75.000/ml
  • Transaminasen >5xULN

Bei veränderten Leberfunktionswerten sollte auch immer an mögliche Nebenwirkungen anderer, gleichzeitig verabreichter Arzneimittel, wie z.B. Paracetamol oder Antiepileptika, gedacht werden. Die Anwendungspraxis zeigt, dass geringgradige Anstiege von ALT / S-GPT und AST / S-GOT in vielen Fällen keine Dosisreduktion erfordern. 
Bei Therapieunterbrechung oder Dosisreduktion aufgrund von Laborwertveränderungen kann nach Normalisierung der Werte wieder einschleichend aufdosiert werden (siehe Kapitel 10.2.).

Literatur
  1. Bayas A und Rieckmann P, Drug Safety 2000; 22 (2): 149 – 159.
  2. Kompetenznetz Multiple Sklerose, Qualitätshandbuch MS / NMOSD, 2. überarbeitete und erweiterte Auflage Juli 2017