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10.1 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Die empfohlene Dosis Betaferon beträgt 250 μg (8,0 Mio. IE), enthalten in 1 ml der rekonstituierten Lösung. Diese wird jeden zweiten Tag subkutan (s.c.) injiziert.1

Praktischer Hinweis

Eine 3-ml-Durchstechflasche Betaferon enthält 300 μg rekombinantes Interferon beta-1b-Pulver für die vorgefüllte 2,25-ml-Fertigspritze mit 1,2 ml 0,54 %iger NaCl-Lösung. Insofern besteht eine beabsichtigte Überfüllung von 20 %. Nach Auflösen (Rekonstitution) enthält die fertige Lösung 250 μg / ml Interferon beta-1b. Da Restmengen im Fläschchen verbleiben können, dient die Überfüllung der exakten Entnahme von 1 ml fertiger Lösung.1

Die Applikation jeden zweiten Tag führt im Gegensatz zur einmal wöchentlichen Gabe zum Aufbau einer konstanten biologischen Antwort in Bezug auf verschiedene Responsemarker. Dies lässt sich aus der Bestimmung der Responsemarker Neopterin, MxA Protein und Beta-2-Mikroglobulin nach Beta- Interferon-Gabe ableiten (s. Abb. 42).2

Abb. 42: Pharmakodynamik im Blick. Hinweise auf beständige Wirkung von Betaferon.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass durch die Betaferon-Applikation jeden zweiten Tag eine signifikant höhere und beständigere biologische Antwort (in Bezug auf die untersuchten Responsemarker) als unter der einmal wöchentliche Gabe von Interferon beta-1a i.m. hervorgerufen wird.1

Praktischer Hinweis

Zu Beginn der Therapie wird zur Minimierung möglicher Nebenwirkungen eine Auftitrierung der Dosis empfohlen.1

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist nicht bekannt, wie lange behandelt werden sollte.1 Eine Fortführung der Therapie ist nach Expertenmeinung unter regelmäßiger neurologischer Kontrolle gerechtfertigt, wenn ein Therapieeffekt nachweisbar ist (verminderte Krankheitsprogression bzw. verringerte Schubhäufigkeit im Vergleich zum Zeitraum vor der Therapie) und keine schwerwiegenden, die Lebensqualität des Patienten beeinträchtigenden Nebenwirkungen auftreten. Wenn aber der Behandlungserfolg ausbleibt, z. B. wenn über einen Zeitraum von sechs Monaten eine kontinuierliche Zunahme des EDSS-Wertes eintritt oder wenn trotz Betaferon-Behandlung eine Therapie mit ACTH (Adrenocorticotropes Hormon) oder Kortikosteroiden mit drei oder mehr Behandlungszyklen innerhalb eines Jahres erforderlich wird, sollte die Behandlung mit Betaferon beendet werden.1

Literatur
  1. Fachinformation Betaferon, Stand März 2017.
  2. Williams G und Witt P, Journal of Interferon and Cytokine Research 1998; 18: 967 – 975.