Therapie- und Verhütungszeiträume

bei Multipler Sklerose und Babywunsch

Heute wird MS-Patientinnen nicht mehr generell von einer Schwangerschaft abgeraten, trotzdem müssen verschiedene Aspekte, insbesondere im Hinblick auf MS-Therapie, berücksichtigt werden. Ein wichtiger bezieht sich auf die in den Fachinformationen der jeweiligen Arzneimittel angegebenen Verhütungsempfehlungen.

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Je nach eingesetzter Therapieoption müssen Verhütungszeiträume eingehalten werden, die auch über die Therapiedauer hinausgehen können, wenn ein möglicher negativer Einfluss des Wirkstoffes auf die Kindesentwicklung gegeben sein kann. Daraus entstehen möglicherweise Zeiträume, in denen keine Behandlung mehr durchgeführt wird, aber eine Verhütung noch notwendig ist. An diese Zeiträume schließt sich zusätzlich noch die Dauer bis zur tatsächlichen Konzeption an (siehe auch: Therapielose Zeit vermeiden).

Die folgende Übersicht zeigt eine Auswahl an verfügbaren MS-Therapeutika und die aus den entsprechenden Fachinformationen abgeleiteten initialen Therapie- und Verhütungszeiträume.

Therapie- und Verhütungszeiträume

Interferone (wie z. B. Betaferon) und auch Gilenya, Aubagio und Ocrevus haben individuelle Behandlungszeiträume. Für Lemtrada und Mavenclad sind zwei fixe Behandlungsphasen von 12 bzw. 14 Monaten vorgesehen. Bei diesen Therapien sind darüber hinaus die Verhütungszeiträume von 4 bzw. 6 Monaten nach der letzten Behandlungsphase zu beachten.

Für 2 Monate nach der letzten Gabe von Gilenya muss weiterhin verhütet werden. Ferner zu beachten ist die mögliche Rebound-Gefahr nach Absetzen einer Gilenyatherapie, auf die in der Fachinformation hingewiesen wird. Bei Aubagio variiert der notwendige Verhütungszeitraum bei den einzelnen Patientinnen stark. Es dauert durchschnittlich 8 Monate bis der Plasmaspiegel niedrig genug ist und kann sich sogar auf bis zu 2 Jahre verlängern, wenn kein beschleunigtes Eliminationsverfahren angewendet wird.

Der angegebene Verhütungszeitraum erstreckt sich bei Ocrevus über 12 Monate nach der letzten Anwendung.

Außer bei Interferonen (wie Betaferon) muss bei allen hier gezeigten MS-Therapeutika über den letzten Einnahmezeitpunkt der Therapie hinaus verhütet werden.

Sobald die Interferon-Therapie abgesetzt wird, ist auch keine Verhütung mehr notwendig: Eine runde Sache!

Literatur

1 Fachinformation Gilenya, Stand 12/18 

2 Fachinformation Aubagio, Stand 11/18 

3 Fachinformation Ocrevus, Stand 10/18 

4 Fachinformation Lemtrada, Stand 10/18

5 Fachinformation Mavenclad, Stand 07/18