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Pharmazeutische Bedenken bestehen, wenn durch den Präparatetausch trotz zusätzlicher Beratung des Patienten der Therapieerfolg oder die Arzneimittelsicherheit im konkreten Einzelfall gefährdet sind.1

In einem solchen Fall kann die Sonder-PZN für pharmazeutische Bedenken (PZN: 02567024) auf das Rezept aufgedruckt werden und das verordnete Medikament, auch ohne „aut-idem“-Kreuz, abgegeben werden. Um die Erstattung durch die Krankenkasse zu erreichen, sollte zusätzlich eine Begründung handschriftlich auf dem Rezeptmit tagesaktuellem Datum und Unterschrift notiert werden.2

Eine Nicht-Abgabe eines rabattbegünstigen Arzneimittels kann mit einem schwerwiegenden Problem oder einer Kombination mehrerer Probleme aus verschiedenen Fallgruppen begründet werden.1

In der folgenden Auflistungfinden Sie verschiedene Fallgruppen, die pharmazeutische Bedenken rechtfertigen.

Fallgruppe A

Problematische Arzneistoffe, da z.B.

  • Geringe therapeutische Breite 
  • Hohes Nebenwirkungspotenzial

Fallgruppe B

Problematische Applikationsformen bzw. Applikationssysteme, z. B.

  • Pen (Insuline, Interferone)
  • Injektions- und Infusionslösungen

Fallgruppe C

Gefährdung des Therapieerfolgs oder der Arzneimittelsicherheit durch Non-Compliance

Fallgruppe D

Problematische Dosierung (mit Applikationshilfen)

  • Tropfen, Säfte 
  • Dosierpumpen

Fallgruppe E

Problematische (lebensbedrohliche) Erkrankungen, z. B. Autoimmunerkrankungen

Fallgruppe F

Problematische Patientengruppen, z.B.

  • Patienten mit sensorisch-motorischen Einschränkungen
  • Patienten mit psychischen oder neurologischen Krankheiten

Fallgruppe G

Problematische Hilfs- und Zusatzstoffe für bestimmte Patienten

  • Allergie gegen Farb- oder Konservierungsstoffe
  • Alkohol 

Im Fall von Betaferon könnten pharmazeutische Bedenken relevant werden, wenn sich die Rabattverträge ändern sollten und ein Patient von Betaferon auf Extavia® umgestellt werden soll. Denn neben den unterschiedlichen Injektionssystemen gibt es viele weitere Unterschiede, die den Therapieerfolg gefährden könnten (siehe auch: Vergleich Patientenbegleitprogramme). Des Weiteren sind Patienten/innen mit MS häufig von kognitiven und sensorisch-motorischen Einschränkungen betroffen, sodass eine Umstellung problematisch sein könnte.


Weil es auch Ihre Verantwortung ist, den Therapieerfolg Ihres Patienten zu gewährleisten.

 


Da Compliance und Adhärenz der Patienten zur optimalen Behandlung wichtig sind, sollten diese gefördert werden. Nicht für jeden Patienten ist eine Umstellung der Medikamente, auch wenn der gleiche Wirkstoff enthalten ist, für den Therapieerfolg zuträglich. Denn jede Umstellung bedeutet großen Aufwand und häufig auch ein neues Patientenbetreuungsprogramm.

Bitte klicken Sie auf die Kreise, um Schritt für Schritt die Handhabung Pharmazeutischer Bedenken kennenzulernen.1

Bitte klicken Sie auf die Kreise, um Schritt für Schritt die Handhabung für Pharmazeutische Bedenken kennenzulernen.

 
 
1 Prüfung, ob der Wechsel zu dem rabattbegünstigten Arzneimittel problematisch ist.
 
 
2 Gespräch mit Patienten (bzw. Angehörigen oder Pflegenden), um das potentielle Problem durch Beratung zu lösen, soweit dies möglich ist.
 
 
3 Wenn trotz Beratung pharmazeutische Bedenken fortbestehen: Keine Abgabe des rabattbegünstigten Arzneimittels, sondern Abgabe eines anderen Arzneimittels im Rahmen der Verordnung (§ 4 Absatz 4 des Rahmenvertrages).
 
 
4 Stichwortartige Angabe des Grundes für die Nicht-Abgabe auf dem Verordnungsblatt mit Datum und Unterschrift.
 
 
5 Aufdruck des Sonderkennzeichens Pharmazeutische Bedenken (02567024) auf dem Verordnungsblatt.

Bitte klicken Sie auf das Rezept zur Ansicht der korrekten Dokumentation pharmazeutischer Bedenken.2

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An dieser Stelle erscheinen Hinweise zum Ausfüllen des Rezeptes.
 
Die Sonder-PZN 02567024 wird vor den verordneten Arzneimitteln in das Feld „1. Verordnung“ eingetragen.
 
In das Feld „Faktor“ wird eine dreistellige Kennziffer zur Erklärung der Rechtmäßigkeit der Abgabe eingetragen.

Kennziffer zur Erklärung der Rechtmäßigkeit der Abgabe

1 = Abgabe nach Maßgabe des Rahmenvertrages nach § 129 SGB V oder leere Verordnungszeile
2 = rabattbegünstigtes Arzneimittel nicht verfügbar
3 = Importarzneimittel nicht verfügbar
4 = rabattbegünstigtes und importiertes Arzneimittel nicht verfügbar
5 = Nichtabgabe eines rabattbegünstigten Arzneimittels aufgrund eines dringenden Falles
6 = Nichtabgabe eines rabattbegünstigten Arzneimittels aufgrund pharmazeutischer Bedenken
7 = Abgabe eines vom Versicherten verlangten Arzneimittels („Wunscharzneimittel“)

Beispiel: Nichtabgabe eines Rabattarzneimittels wegen Pharmazeutischer Bedenken betrifft 1. Verordnungszeile = Faktor 611
 
Das Feld „Taxe“ wird mit „0“ gefüllt.
 
Die PZN der verordneten Packung in das Feld „2. Verordnung“ einfügen.
 
Individuelle handschriftliche Begründung der pharmazeutischen Bedenken, inkl. Datum und Unterschrift. Bei höherem Platzbedarf Rückseite verwenden.

Laden Sie sich unsere Abgabehilfe zur Rezeptbelieferung mit Pharmazeutischen Bedenken herunter, damit sie im Arbeitsalltag einen schnellen Überblick haben. 

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Bei Fragen zu Betaferon melden Sie sich gerne bei Ihrem Bayer-Mitarbeiter oder nutzen Sie den MedInfoChat.

Literatur

1Kommentar des DAV zum Rahmenvertrag nach § 129 SGB V i.d.F. vom 01.02.2011, S. 12 –15.
2DAP Arbeitshilfe „Sonderkennzeichen richtig anwenden“
iSeit 01. Juni 2016 besteht keine Retaxgefahr, wenn entweder das Sonderkennzeichen oder der handschriftliche Vermerk auf dem Rezept fehlt. Fehlt beides, kann die Apotheke einen objektivierbaren Nachweis erbringen (§ 3 Rahmenvertrag)