Alkohol und Rauchen

Alkohol und Nikotin gelten als Nervengifte. Allein daraus kann man schon ablesen, dass man vom Rauchen und von zu viel Alkohol nur abraten kann. Allerdings gibt es Unterschiede in der Gewichtung: Während ein Gläschen Bier oder Wein am Abend in der Regel kein Problem sind, ist Rauchen in jeder Hinsicht schädlich, und das sogar noch mal ganz besonders bei Multipler Sklerose.

 

Aber der Reihe nach: Beim Alkohol geht es vor allem darum, es nicht zu übertreiben. Auf ein wenig Genuss mit Maß müssen Sie nicht verzichten, solange Sie das gut vertragen. Allerdings tolerieren viele Menschen mit MS nicht mehr so viel Alkohol wie möglicherweise in früheren Zeiten.

 

Ein oder zwei Gläser zu viel des Guten können dann Beschwerden wie Gleichgewichtsstörungen, Unsicherheiten beim Gehen, Sprachstörungen oder Einschränkungen des Sehvermögens verstärken. Es macht allein schon deshalb Sinn, nicht andauernd zu große Mengen zu konsumieren. Mit nachhaltigen Schäden durch mäßigen Alkoholkonsum oder auch dem „einen Mal zu viel“ ist grundsätzlich aber nicht zu rechnen.

 

Anders sieht es beim Rauchen aus. Rauchen ist bei MS besonders tückisch. Hier kann man wirklich nur dringend davon abraten. Denn Rauchen fördert wahrscheinlich nicht nur das Entstehen einer Multiplen Sklerose, sondern beeinflusst auch den Verlauf der MS ungünstig. Dies haben Studien zu diesem Thema ergeben.

 

Zum Hintergrund: Nikotin und weitere giftige Produkte des Zigarettenrauchs wie z.B. der Stoff Acrolein greifen die äußeren Schutzhüllen von Nerven an (die sogenannten Markscheiden) und stören die Übertragung von Nervenimpulsen. Damit schädigt Rauchen genau die Nervenregionen, die bei MS ohnehin schon angegriffen sind. Auch auf das Immunsystem hat Rauchen ungünstige Effekte. Am besten ist es demnach natürlich, sofort ganz mit dem Rauchen aufzuhören. In der Natur des Rauchens liegt es aber leider, dass nicht jeder Raucher den Absprung so einfach schafft. Hier lohnt es sich, den Arzt nach unterstützenden Maßnahmen zu fragen.