Neurologische Untersuchung

Mit der sogenannten neurologischen Untersuchung kann der Arzt Funktionsbeeinträchtigungen des Nervensystems erkennen. Und zwar auch solche, die der Betroffene selbst vielleicht (noch) gar nicht bemerkt. Zudem lässt sich im Rahmen der neurologischen Untersuchung die Funktion von Hirnnerven prüfen.

Bei einer Multiplen Sklerose können Muskelkraft, Koordination, Gleichgewicht, Sensibilität und Reflexe Auffälligkeiten aufweisen. Allerdings - und das macht es schwierig - können solche Anzeichen auch oft über lange Zeit fehlen.

Die grobe Kraft und Feinmotorik lässt sich mit gezielten Untersuchungen testen. Handdrücken, Fingerspreizen gegen einen Widerstand, Beugung und Streckung in Ellenbogen und Knien sowie Arm- und Beinvorhalteversuche können besonders im Seitenvergleich auffällig sein. Der Arzt testet zudem verschiedene Reflexe und beurteilt deren Stärke. Auch dabei zählt der Seitenvergleich.

Tests der Sensibilität lassen sich mit einfachen Hilfsmitteln ausführen. Mit der Spitze und dem Kopf einer Nadel, mit kalten und warmen Gegenständen, mit dem Finger, einem Wattebausch oder Pinsel lassen sich Schmerz-, Temperatur- und Berührungssensibilität untersuchen. Auch die Tiefensensibilität, den Lagesinn und das Vibrationsempfinden kann der Arzt testen.

Untersuchungen der Koordination sind mit Testungen von Zielbewegungen möglich. Beispielsweise muss man versuchen, mit dem Zeigefinger an die Nasenspitze zu tippen (Finger-Nase-Versuch), wobei man die Augen geschlossen hält. Zudem gibt es verschiedene Steh- und Tretversuche, die zum Teil ebenfalls geschlossene Augen verlangen. Das Gangbild lässt sich ebenfalls beurteilen. Der Arzt beobachtet dann z.B. das Gehen mit geschlossenen Augen, den Gang auf einer gedachten Linie (Seiltänzergang), das Gehen auf Zehenspitzen oder den Hacken.