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Grundlagenforschung

Forscher weisen ausgedehnte Myelin-Reparatur bei manchen MS-Erkrankten nach

07.12.06 | Eine Studie, die von einem internationalen Wissenschaftler-Team durchgeführt wurde, zeigte, dass es eine Reparatur des Myelin auf natürliche Weise in beträchtlichem Umfang geben kann. Schon frühere Studie hatten das gezeigt; diese Studie wies die natürliche Reparatur des Myelins ("Remyelinisierung") bei einem Teil von MS-Erkrankten mit unterschiedlichen Verlaufsformen bzw. MS-Typen bzw. unterschiedlichen Krankheitsstadien nach.

Die Studie, die von Dr. Claudia Lucchinetti (Mayo Clinic, USA) geleitet wurde, ist von den National Institutes of Health, USA, (NIH) finanziert und von der National Multiple Sclerosis Society, USA, (NMSS) zusätzlich unterstützt worden. Die Studie wurde von Dr. Peter Patrikios und Dr. Hans Lassmann (Medizinische Universität Wien) durchgeführt.

Studiendesign
Die Forscher untersuchten Hirngewebe von 51 Verstorbenen, die zu Lebzeiten MS hatten, darunter schubförmig-remittierende MS, sekundär progrediente MS, primär progrediente MS sowie einige mit unbekanntem klinischen MS-Verlauf. Hirnareale, die auf vergangene oder aktive MS-Herde (Läsionen) hinwiesen, wurden mikroskopisch, färbetechnisch und mit radioaktiver Markierung hinsichtlich der Myelinschädigung und - reparatur untersucht.

Ergebnisse
Bei etwa 20 Prozent der Proben konnte eine ausgedehnte Remyelinisierung festgestellt werden, und zwar nicht nur bei jenen, die den häufigsten - schubförmig-remittierenden - Verlauf aufwiesen, sondern auch bei jenen mit progredientem (chronisch fortschreitenden) Verlauf. Dabei reichte die
Remyelinisierung von "kaum/ganz wenig" bis "nahezu vollständig". Längere Krankheitsdauer und höheres Alter schienen bie diesen 51 untersuchten Fällen mit einer vollständigeren Remyelinisierung zusammenzuhängen. Ein Zusammenhang zwischen dem Grad der Remyelinisierung und dem Alter beim Ausbruch der MS konnte nicht festgestellt werden. Und es konnte auch kein Zusammenhang zwischen dem Grad der Remyelinisierung und dem Geschlecht oder dem MS-Typ gesehen werden.

Ausblick
Diese Ergebnisse sind hochinteressant und können als Erklärung dafür dienen, warum der Verlauf der MS im Einzelfall unvorhersehbar ist. Die Forscher meinen darüber hinaus, dass diese Ergebnisse beim Design zukünftiger klinischer Studien berücksichtigt werden sollten und dass vor allem weitere Studien durchgeführt werden müssen, um den Mechanismus näher zu erforschen, der dem Phänomen der Remyelinisierung zugrundeliegt: Warum ist die Remyelinisierung bei manchen MS-Erkrankten gering und bei anderen nahezu vollständig?

Quelle:
National Multiple Scleoriss Society, USA, Research and Clinical Programs Department:
Researchers Find Extensive Repair of Myelin in Brains of Some People with MS http://www.nationalmssociety.org/Research-2006Dec1.asp

Literatur:
Patrikios P, Stadelmann C, Kutzelnigg A, Rauschka H, Schmidbauer M, Laursen H, Sorensen PS, Brück W, Lucchinetti C, Lassmann H.
Remyelination is extensive in a subset of multiple sclerosis patients.
Brain. 2006 Dec;129(Pt 12):3165-72. Epub 2006 Aug 18.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?db=pubmed&cmd=Retrieve&dopt=AbstractPlus&list_uids=16921173



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