MS Gateway – Der Multiple Sklerose Info-Dienst

Homepage :: Vernissage Denken – Fühlen – Malen in Weiden/Opf.

„Denken – Fühlen – Malen“

mit Bildern von 27 Künstlern, die an MS erkrankt sind, vom 2. bis 21. November im Neuen Rathaus in Weiden

'Aura Variation'; Künstler mit Multiple Sklerose; Weiden/Opf. 2008

Weiden, 02.10.08 | 27 Künstler aus acht Bundesländern zeigen vom 2. bis 21. November ihre Werke in Weiden in der Oberpfalz. Die Malerinnen und Malern teilen ein gemeinsames Schicksal: Sie alle sind an Multipler Sklerose erkrankt. Auch wenn die Krankheit große Veränderungen des persönlichen Lebens bedeutet, lassen sich alle Teilnehmer nicht aus der Bahn werfen, sie trotzen dem gemeinsamen Schicksal auch dadurch, dass sie sich auf besondere Talente besinnen oder diese neu für sich entdecken.

„Denken – Fühlen – Malen“ haben die Künstler als Motto ihrer gemeinsamen Präsentation ausgewählt, die am Sonntag, 2. November, um 11 Uhr mit einer Vernissage im Neuen Rathaus in Weiden eröffnet wird. Die Idee zur gemeinsamen Ausstellung entwickelte Susanne Kempf aus Weiden. Selbst an MS erkrankt organisiert sie die Präsentation. „Wir wollen mit der Ausstellung zeigen, dass das Leben auch mit einer schweren Erkrankung positive Seiten haben kann.“ Mit der Ausstellung soll den Besuchern vermittelt werden, dass in jedem Menschen besondere Fähigkeiten schlummern. Diese treten oftmals erst durch ein unvorhergesehenes Ereignis im Leben – wie z. B. die Erkrankung an MS – zutage. Die Betroffenen lernen sich durch die Beschäftigung mit ihren Talenten selbst neu kennen, gewinnen durch die kreative Tätigkeit Freude am Leben und trainieren ihre motorischen Fähigkeiten. Malen wird als Therapieform auch bei der Behandlung von MS eingesetzt.

Im April startete Susanne Kempf einen Aufruf im Internet, in dem sie das Vorhaben schilderte und um Beteiligung bat. Der Zuspruch war überwältigend, rasch konnten die einzelnen Werke ausgesucht werden.

Initiiert wurde die Ausstellung durch die Adler-Apotheke in Weiden. Unterstützt wird die Veranstaltung durch pharmazeutische Unternehmen, die sich auf die Erforschung und Behandlung von MS spezialisiert haben, eine Apotheke in Weiden, die DMSG und Rotary Weiden. Geplant ist, bei der Vernissage Auszüge aus dem Bericht von Maximilian Dorner aus München vorzutragen. Der 35jährige Autor ist selbst an MS erkrankt und veröffentlichte vor kurzem sein Buch „Mein Dämon ist ein Stubenhocker“, in dem er seinen Umgang mit der Krankheit beschreibt. Biogen IDEC, Merck Serono, Sanofi-Aventis-TEVA und Bayer Schering Healthcare, die Medikamente zur Behandlung von MS erforschen und herstellen, werden bei der Vernissage an Infoständen ihre Patientenbetreuungsprogramme präsentieren. Klaus Winter aus Nürnberg, seit 30 Jahren an MS erkrankt und ebenfalls Schriftsteller, wird einige seiner Gedichte vortragen.

Und wie kommt man als MS-Erkrankter zur Kunst? Susanne Kempf, 1965 in Bamberg geboren und in Weiden aufgewachsen, erfuhr 2004, dass sie an MS erkrankt ist. Nach einem Studium der Politikwissenschaften, Kommunikationswissenschaft und Germanistik arbeitet sie seit 2001 als selbständige PR-Beraterin. Sie schildert stellvertretend ihren Weg zur Malerei: „Niemals hatte ich daran gedacht zu malen. Als Kind wurde ich von meinem Großvater ‚gelobt’, weil ich ohne Lineal sehr gerade Striche aufs Papier bekam. Er ‚ahnte’ vielleicht ein ‚unentdecktes Talent’ in mir. Das ist eigentlich schon alles, was es zu meiner frühkindlichen ‚künstlerischen Laufbahn’ zu sagen gibt. 2006 drückte mir jemand Pinsel, Papier und Farbe in die Hand und meinte ‚Mach mal!’ – Und ich fand zunehmend Freude an der Malerei. Beim Malen wird der Kopf frei, die Ideen beginnen zu sprudeln. Die Malerei macht mir unendlich viel Freude und gibt mir Kraft für alles, was ich mir vorgenommen habe.“

Die Künstler kommen aus Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Thüringen. Wolfgang Gast (Trossingen), Andrea Hake (Bochum), Arnhild Käß (Berlin), Susanne Kempf (Weiden), Eveline Klein (Offenbach), Martina Kriwy (Kiel/Starnberg), Ast-rid Maier (Vohenstrauß/München), Petra Meiske (Berlin), Martina Michelsen (Nordheide), Anja Moustakas (Kleve), Keike Pelikan (Stelle), Bettina Reger (Plößberg), Petra Schäl (Weilburg), Alexandra Schindler-Grünewald (Würzburg), Sandra Schneider (Braunsbach), Lothar Schumacher (Korschenbroich), Doris Seiler (Harburg-Ronheim), Frank Spohr (Offenbach), Heike Tauche (Ahlen), Alexandra Tettener (Mannheim), Christa Thiem (Weiden), Anna L. Thomann (Reichshof), Sabine Vogel (Bad Klosterlausnitz), Claudia Walberer (Pressath), Armin Weitzel (Regensburg), Conny Wöhr (Weissach) und Moni Zielke (Villingen-Dorf) zeigen gemeinsam ihre Werke.

Die Ausstellung fände nicht statt ohne:

Susanne Kempf
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[Redaktion, generiert 06.20.2008]


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