Wie Beta-Interferone wirken
22.04.08 | Zirka 40.000 Patienten werden in Deutschland mit Interferon-beta behandelt, um das Immunsystem zu regulieren und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Wie die Interferone dabei im einzelnen wirken, war bisher zwar im Ansatz bekannt, doch ihr genauer Wirkmechanismus konnte erst kürzlich im Detail beobachtet werden.
Eine Gruppe von Forschern aus Freiburg, Göttingen, München, Hamburg, Zürich und Langen unter der Leitung von Professor Dr. Marco Prinz, Direktor der Neuropathologie des Universitätsklinikums Freiburg und von Dr. Ulrich Kalinke, Leiter der Abteilung Immunologie am Paul-Ehrlich Institut Langen, konnte im Tiermodell erstmalig nachweisen, wie Interferone, insbesondere Interferon-beta, den Verlauf von Multiple Sklerose (MS) beeinflussen und welche molekularen Mechanismen dafür verantwortlich sind.
Die Forscher veränderten den Interferonrezeptor genetisch so, dass es nun möglich war, diesen spezifisch entweder nur auf bestimmten Blutzellen, wie Lymphozyten oder Makrophagen, oder nur auf Hirnzellen auszuschalten. Die Ergebnisse waren sowohl eindeutig als auch überraschend: Die Wirkung von Interferon auf Makrophagen und Mikroglia, die Fresszellen des Blutes und des Gehirns, waren für den Verlauf der Erkrankung entscheidend. Dagegen spielt die Stimulation von Lymphozyten oder von Hirnzellen eine untergeordnete Rolle. Wie die Wissenschaftler weiterhin zeigen konnten, vermitteln Interferone eine dämpfende Wirkung auf die Makrophagen, was sich als entscheidend für die positive Beeinflussung des Krankheitsverlaufs herausstellte.
Die Forschungsmethode und - ergebnisse werden in der Mai-Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Immunity veröffentlicht werden.
Quelle:
http://idw-online.de/pages/de/news256187
