T-Zellen, Kalium und ein möglicher neuer Therapieansatz der MS
Eine jetzt von Würzburger Wissenschaftlern entdeckte Besonderheit bei T-Zellen -- zwei spezielle Arten von sog. Kaliumkanälen -- lässt neue Hoffnung aufkommen: Der Klinischen Forschungsgruppe für MS und Neuroimmunologie, Dr. Dr. Sven G. Meuth, Stefan Bittner und Professor Dr. Heinz Wiendl, ist es gelungen, auf T-Zellen einen neuen Typ von Ionenkanälen zu identifizieren, die wahrscheinlich am Krankheitsgeschehen bei Autoimmunerkrankungen beteiligt sind.
An Tieren gelang es ihnen, durch Manipulation dieser Kanäle das Krankheitsbild der MS deutlich zu lindern. Dies verspricht nach Ansicht der Forscher aus der Universität Würzburg die Chance auf eine bessere Behandlung von T-Zell-vermittelten Autoimmunerkrankungen wie z. B. der Multiplen Sklerose. "Diese neu identifizierte Kanalfamilie stellt eine neue molekulare Zielstruktur dar, von der wir uns auch therapeutische Möglichkeiten versprechen", sagte Professor Wiendl.
Neben weiteren Experimenten zur Funktion und Rolle dieser "TASK-1" und "TASK-3" genannten Ionenkanäle im Rahmen von Autoimmunerkrankungen wie MS streben die Wissenschaftler jetzt eine klinische Studie an, um das therapeutische Potenzial ihrer Neuentdeckung weiter aufzuschlüsseln.
Quellen:
Informationsdienst Wissenschaft, 17.04.08
Neuer Ansatz für die Behandlung der Multiplen Sklerose
http://idw-online.de/pages/de/news255940
Meuth SG, Bittner S, Meuth P, Simon OJ, Budde T, Wiendl H.
TWIK-related acid-sensitive potassium channel-1 (TASK-1 and TASK-3) critically influence T-lymphocyte effector functions.
Journal of Biological Chemistry 2008, 28. März.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18375952?ordinalpos=1&itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsPanel.Pubmed_RVDocSum
