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Immunsuppressive Wirkung von Silybin im MS-Tiermodell

03.12.07 | Bei dieser Untersuchung im Korea Research Institute of Bioscience and Biotechnology, Daejeon, Korea, studierten die Forscher Silybin[1] bei Multipler Sklerose, genauer gesagt im Tiermodell der MS[2]. Silybin hatte in neueren Studien unter anderem anti-entzündliche Wirkung gezeigt, ein Effekt, der auf der Inhibition (Hemmung) von NF-kappaB[3] beruht. Die Arbeitshypothese der Wissenschaftler lautete daher, dass Silybin nützlich in der Behandlung der MS sein könnte.

Die typischen MS-Zeichen Myelinabbau und Entzündung wurde bei den Versuchstieren beobachtet und die Wanderung der T-Zellen im entzündlichen Gewebe gemessen (FACS-Analyse). Die Messergebnisse zeigten, dass Silybin die histologischen[4] Zeichen der Demyelinisierung und der Entzündung in diesem Tiermodell signifikant verringerte.

Und weil auch Zytokine eine zentrale Rolle bei entzündlichen Erkrankungen spielen, wurde auch die Zytokinproduktion gemessen, und zwar in Lymphozyten aus Milz und Lymphknoten. Die Forscher konnten nachweisen, dass Silybin in vitro die Ausschüttung von pro-entzündlichen Th1-Zytokinen herunterregelte und auf der anderen Seite die Ausschüttung anti-entzündlicher Th2-Zytokine hochregelte. Ein weiterer Test ex vivo zeigte außerdem, dass Silybin dosisabhängig die Produktion von Th1-Zytokinen hemmte.

So kommen die Forscher zu dem Schluss, dass Silybin sowohl immunsuppressiv als auch immunmodulierend wirkt.[5]

Quelle:
Min K, Yoon WK, Kim SK, Kim BH.
Immunosuppressive effect of silibinin in experimental autoimmune encephalomyelitis.
Arch Pharm Res. 2007 Oct;30(10):1265-72.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/sites/entrez?Db=pubmed&Cmd=ShowDetailView&TermToSearch=18038905

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[1] Silybin ist neben Silymarin, Silydianin und Silychrystin pharmakologischer Hauptbestandteil der Mariendistel (bot. Silybum marianum; Carduus marianus L.). Die Mariendistel gehört zu den Korbblütlergewächsen und wird in der Naturheilkunde bzw. in der Homöopathie bei Erkrankungen der Leber, der Milz und der Gallenblase eingesetzt (Fischer, Krug, 1984). Seine bisher bekannten Wirkungen sind Stabilisierung der Leberzellmembranen, Radikalfänger-Antioxidans-Funktionen und Beschleunigung der Leberzellregeneration (Hänsel, Sticher, 2004) und neuerdings auch anti-entzündliche und anti-kanzerogene Wirkungen (Literatur).
siehe auch: http://www.heilpflanzen-katalog.de/beschreibung-mariendistel.html

[2] Tiermodell der MS: EAE (Experimentelle Allergische Enzephalomyelitis); eine künstlich herbeigeführte, der menschlichen Multiplen Sklerose sehr ähnlichen Entmarkungskrankheit meist bei Mäusen oder Ratten.

[3] NF-kappaB ist zentral an der Regulation der Immunantwort, der Zellproliferation und des Zelltodes beteiligt. Die Aktivierung von NF-kappaB gilt als kritisch für die Entstehung von Entzündungen.
siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/NF-%CE%BAB

[4] Histologie = die Untersuchung von Geweben.
siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Histologie

[5] Dieser Text ist zu Ihrer Information gedacht und stellt keine Behandlungsempfehlung dar! Jedes Heilmittel sollten Sie erst nach Absprache mit dem Arzt/den Ärzten anwenden, um keine unerwünschte Wirkungen zu riskieren.


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