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Kognitive Beeinträchtigung bei schubförmiger MS kann durch frühere MRT-Befunde vorausgesagt werden

28.11.07 | Kognitive Beeinträchtigungen sind ein häufiges Symptom der Multiplen Sklerose (MS). Sie korrelieren mit zeitnah aufgenommenen MRT-Scans, insbesondere bezogen auf Atrophie[1]. Die Möglichkeit, mittels früherer MRT-Aufnahmen die spätere kognitive Beeinträchtigung vorherzusagen, muss jedoch noch bestimmt werden, wie die Autoren dieser wissenschaftlichen Publikation aus England anmerken.

Sie untersuchten dreißig Patienten mit schubförmig-remittierender MS innerhalb von drei Jahren nach Krankheitsbeginn, bei denen ein MRT zu Beginn der Erkrankung (= "baseline") sowie ein Jahr später durchgeführt worden war. Fünf Jahre nach dem Beginn der Erkrankung wurden die Patienten neuropsychologischen Tests unterzogen. Entsprechende Parameter für kognitive Beeinträchtigung in den MRT-Aufnahmen wurden identifiziert.

Die Patienten schnitten bei den Aufmerksamkeits- und Informationsverarbeitungsgeschwindigkeitstests deutlich schlechter als erwartet ab; und die Hälfte von ihnen zeigte einen Rückgang des IQ. Es zeigte sich, dass die Rate der globalen Hirnatrophie[2] im ersten Studienjahr für eine signifikante Bandbreite der kognitiven Performanz insgesamt wie auch der Gedächtnisleistung, der Aufmerksamkeitsleistung und der Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit sorgte: Schlechte Performanz bei den Aufmerksamkeitstests konnte mit hohem T1-gewichteten Läsionsvolumen und reduzierter MTR[3] in normal erscheinender weißer Hirnmasse in Zusammenhang gebracht werden.

Diese Ergebnisse führen die Wissenschaftler zu der Vermutung, dass der neuroaxonale Verlust (Atrophie) und die Geschwindigkeit, mit der er bei den untersuchten Patienten fortschritt, deren spätere kognitive Beeinträchtigung bei MS voraussagen ließ. Neuroaxonaler Verlust betrifft sehr häufig die Kommissuren[4] und die mit ihnen verbundenen Nervenfasern, die für kognitive Prozesse zuständig sind.

Quelle:
Summers MM, Fisniku L, Anderson VM, Miller DH, Cipolotti L, Ron M.
Cognitive impairment in relapsing-remitting multiple sclerosis can be predicted by imaging performed several years earlier.
Mult Scler. 2007 Nov 19; [Epub ahead of print]
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/sites/entrez?Db=pubmed&Cmd=ShowDetailView&TermToSearch=17986503

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[1] Atrophie = Geringerwerden von Gewebe; hier: Abnahme von Nervenzellgewebe (axonaler Verlust),

[2] Hirnatrophie = Geringerwerden des Hirngesamtvolumens

[3] MTR = magnetization transfer ratio; Messgröße beim MRT (Magnetresonanztomogramm)

[4] Kommissuren = Querbahnen; von lat. commissura
siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Kommissur


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