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Anzahl der Multiple Sklerose-Erkrankungen steigt bei Frauen schneller an als bei Männern

22.06.07 | Mehrere Forschungsarbeiten in der letzten Zeit haben gezeigt, dass die Anzahl MS-erkrankter Frauen stärker zunimmt als die der Männer, die die Diagnose MS erhalten.

Forscher von der Universität Alabama, USA, stellten ihre Ergebnisse anl. des AAN-Kongresses 2007 vor.[1] Sie hatten gefunden, dass seit 1940 der Anteil von Frauen an allen MS-Fällen kontinuierlich zugenommen hat.

Im Jahr 1940 war das Frauen-Männer-Verhältnis 2:1. Im Jahr 2000 war es 4:1. Der Studienleiter Dr. Cutter erwähnt dabei, dass dieses neue Verhältnis durch eine weitere Studie[2] bestätigt wird, die kürzlich in Kanada abgeschlossen worden ist. Zu ähnlichen Ergebnissen sind auch norwegische Forscher[3] gelangt, so Dr. Cutter.

"Wenn das das erste Mal wäre, dass solche Ergebnisse vorliegen, dann wäre ich sehr, sehr vorsichtig mit der Aussage, dass dies die Realität ist. Aber die Tatsache, dass andere Forscher die gleichen Beobachtungen gemacht haben, macht mich relativ sicher, dass das ein echtes Phänomen ist. Wir wissen aber noch nicht, warum das so ist.", sagte Dr. Cutter.

Die Aufgabe besteht nun ganz klar darin herauszufinden, was sich geändert hat, so dass Frauen heute stärker als früher von MS betroffen sind. Die Erkenntnis, dass eine so spezifische Veränderung existiert, könnte Hinweise enthalten, die auch Rückschlüsse auf MS-Ursachen zulassen könnten und auf diese Weise auch aufzeigen, in welche Richtung bisher nicht oder nicht ausreichend geforscht worden ist. All dies kann helfen, die Krankheit besser zu verstehen.

Es gibt Hypothesen zur Erklärung der Tatsache, dass immer mehr Frauen an MS erkranken: der angestiegene Verbrauch an Haarfärbemitteln und Kosmetika, die die Vitamin D-Absorption hemmen, könnte ein Faktor sein. Oder auch der Gebrauch der Anti-Baby-Pille, der Anstieg des durchschnittlichen Körpergewichtes, vermehrtes Zigarettenrauchen, früheres Einsetzen der Menstruation oder die Tatsache, dass Frauen im Durchschnitt immer älter sind, bevor sie ihr erstes Kind bekommen. All das sind Spekulationen über die Ursache(n) dieser auffälligen Veränderung. Vielleicht bringt die Forschung in Folge dieser Spekulationen eines Tages tatsächlich Neues zutage, das dann im Sinne einer "MS-Prävention" genutzt werden kann.

Quelle:
Multiple Sclerosis Prevalence Increasing Faster Among Women Than Men
MedScape 02.05.2007
http://www.medscape.com/viewarticle/555620?src=mp
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[1] American Academy of Neurology 59th Annual Meeting: Abstract P04.068. April 28 - May 5, 2007.
[2] Orton SM et al., Lancet Neurology 2006/5:932-936)
[3] Celius EG, Vandvik B., Eur J Neurol., 2001/8:463-469


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