Die Bedeutung des Marks
Nervenzellen leiten Impulse
Nervenzellen besitzen lange, dünne und biegsame Fasern zur Impulsübermittlung. Impulse sind elektrische Signale, die entlang der Nerven weitergeleitet werden. Auf Grund ihrer Länge ermöglichen Nervenfasern die Leitung von Impulsen zwischen entfernt liegenden Körperregionen, z.B. zwischen Rückenmark und Beinmuskeln. Die Nerven transportieren Botschaften zwischen verschiedenen Teilen des Körpers.
Das Mark beschleunigt die Impulsleitung
Die meisten Fasern sind von einer isolierenden, fetthaltigen Schicht, dem Mark oder Myelin umgeben. Dieses dient der Beschleunigung der Impulsleitung. Die Markschicht ist in bestimmten Abständen unterbrochen bzw. eingeschnürt (sogenannte Ranvier'sche Schnürringe).
Der Impuls springt von Schnürring zu Schnürring, was zu einer schnelleren Weiterleitung führt, als wenn der Impuls über die gesamte Faserlänge übertragen würde. Markhaltige Nerven können ein Signal mit einer Geschwindigkeit von mehr als 100 Meter pro Sekunde weiterleiten, d.h. so schnell wie ein FormelEinsRennwagen.

Ein Markverlust kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen
Ist die Markschicht, die die Nervenfaser umgibt, geschädigt oder zerstört, werden Nervenimpulse langsamer oder gar nicht übertragen. Der Impuls wird jetzt entlang der gesamten Nervenfaser geleitet, was viel länger dauert, als wenn er von Schnürring zu Schnürring springen würde.
Durch Läsionen verlangsamte bzw. blockierte Nervenimpulse führen zu einer Vielzahl von Symptomen, die alle Ausdruck der gestörten Aktivität des Nervensystems sind. Dazu gehören sensorische Beeinträchtigungen (z.B. unscharfes Sehen), Schwierigkeiten bei der Bewegungskoordination sowie Probleme mit körperlichen Funktionen (z.B. mangelnde Blasenkontrolle).


