MS Gateway – Der Multiple Sklerose Info-Dienst

Erektile Dysfunktion

Ich habe Probleme eine Erektion zu bekommen

Dieses Thema ist mir unangenehm – so startete kürzlich ein Beitrag[1] auf der Internetseite ms-gateway.

Unangenehm, leider eine Charakterisierung eines oft alltäglichen Problems bei Männern wohl aller Altersgruppen.


Was sind Erektionsstörungen?

Die klinisch sauber als erektile Dysfunktion bezeichneten Probleme können vielfältige Ursachen haben: Neben psychischen Faktoren muss auch ein Konzert organischer Akteure harmonisch erklingen.

Während in jüngeren Jahren häufiger psychische Probleme die Ursache von Erektionsstörungen sind, können mit zunehmendem Alter auch bestimmte körperliche Erkrankungen (Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Prostataerkrankungen, Hormonstörungen, Folgen von Alkohol- und Nikotinmissbrauch etc.) auslösend sein.


Die Multiple Sklerose kann dabei in doppelter Hinsicht zu Problemen führen:

Einerseits spielt die Reizleitung in den Nerven bei der Entstehung von Erektionen eine sehr wichtige Rolle, andererseits trifft die MS typischerweise junge Erwachsene im Alter zwischen 20 bis 40 Jahren.


Mann ist nicht allein

Schätzungen gehen davon aus; dss bei ca. 50 % aller über 40jährigen Männer innerhalb eines halben Jahres mehr als die Hälfte aller Versuche eines befriedigenden Beischlafs fehlschlagen - Dunkelziffer unbekannt. In diesen Fällen ist die erektile Dysfunktion in eine chronische Erkrankung übergegangen.


Hemmschwellen

Damit bleibt das Thema leider unangenehm, haftet doch häufig der öffentlichen Wahrnehmung aller Störungen im Sexualbereich ein arroganter Makel an, der häufig das Selbstwertgefühl der Betroffenen stark beeinträchtigt.
Historische Wurzeln und eine nach wie vor prüde deutsche Gesellschaft begründen das Minderwertigkeitsgefühl.

Nun wurde die Sexualität in den vergangenen Jahrzehnten von religiös bedingten Verhaltensvorschriften (beide wichtige Kirchen) und von emotionaler Gebundenheit (Liebe) – auch durch die hier segensreichen Einflüsse der sogenannten „68-iger“ - weitgehend befreit. Andererseits verbleibt nach wie vor das Problem buchstäblich „unter der Decke“, den Beischlaf wegen mangelnder Penissteife oder vorzeitigem- bzw. stark verzögertem Samenerguss nicht befriedigend ausführen zu können. Das führt nicht selten zu schweren Folgen, z.B. zur Zerrüttung von Beziehungen.


Was kann Mann tun?

Um so wichtiger ist professioneller Support, da eben das Thema tabuisiert wird und das Gespräch mit der Partnerin, Freunden oder Kollegen äußerst erschwert ist. Professionelle Unterstützung kommt vom Urologen, ggf. in Verbindung mit Psychologen/Neurologen.


Erektionsstörungen sind häufig behandelbar!

Nach einer intensiven Problemerörterung und Untersuchung stehen verschiedene Lösungsansätze, von der Medikamentenbehandlung bis hin zu operativen Eingriffen zur Verfügung.

  1. Erektionsverstärkende chemische Hilfen sind u.a.:
    o Yohimbin (natürliches Alkaloid aus der Rinde des afrikanischen Yohimbin-Baumes, regelmäßige Einnahme)
    o Apomorphin (Tabletten zur Verstärkung der Nervenimpulse)
    o PDE-5-Hemmer (Vorsicht gegenüber überschwänglichen Werbeversprechungen zu verschiedenen „Marktpräparaten“ in Postwurfsendungen etc.)
    Es gilt auf jeden Fall: „Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!“

  2. Bei Betroffenen, die keine Tabletten einnehmen können (z.B. sollten PDE-5-Hemmer nicht bei Herz-Kreislaufproblemen angewandt werden) können die:
    o Schwellkörper-Injektionstherapie bzw.
    o Transurethale Anwendung
    angezeigt sein. Hierbei werden körpereigne Botenstoffe (Prostaglandine) entweder mittels Injektion oder Zäpfchen direkt appliziert.

  3. Weitere Möglichkeiten sind die:
    o Vakuumpumpe
    o Penisprothese

„Ich glaube jeder der schon länger MS hat weiß wovon du redest.
Ich habe gemerkt, dass es am wichtigsten ist mit der Frau des Herzens offensiv über die Probleme zu reden und gemeinsam nach Möglichkeiten zu suchen. Eine ordentliche Diagnose solltest du schon machen lassen, obwohl es nach meinen Erfahrungen immer mit der MS einhergeht.
Ich finde es auch schrecklich, diesen wichtigen Teil einer Beziehung nicht mehr normal genießen zu können aber es gibt gute Möglichkeiten es nicht ganz aus dem Leben streichen zu müssen. Ich werfe mir Levitra ein und habe sehr gute Erfahrungen sammeln können.
Also Diagnose - Behandlung - glücklich sein.
Du bist definitiv nicht der einzige mit dem Problem.
Also Kopf hoch!“ –


Das war eine Antwort auf den Beitrag auf der Internetseite „ms-gateway“, der“ Mann“ sich ohne Einschränkung anschließen kann.

Jochen Gutjahr, 14. Juli 2005

 

Weitere Information, Kontaktadressen etc. >>>

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[1] (http://www.ms-gateway.de/forum/topic/multiple-sklerose-erektionsprobleme-5534.htm)


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