Wenn Perfektionismus schadet
Negativen Stress erkennen und vermeiden lernen
Dr. Steffen Fliegel ist als Psychologe beim WDR2 tätig und hat dort eine regelmäßige Sendung — die WESTZEIT.
Am 3. April 2002 hat er zum Thema Wenn Perfektionismus schadet eine Sendung beim WDR gestaltet.
In seinen allgemeingültigen Ausführungen geht er auf Stressfaktoren und deren Ursachen ein:
- In der Kindheit erlernte Verhaltensmuster, die auf Regeln basieren, die wir verinnerlichen und von denen wir uns stressen lassen, und
- Ansprüche oder Erwartungen, die unsere Umwelt an uns stellt, üben einen Druck auf uns aus, der krank machen kann.
Das gilt für alle — gesunde wie kranke Menschen gleichermaßen —, denn Stress, jedenfalls der negative Stress, der auch durch Perfektionismus ausgelöst wird, ist auf Dauer schädlich, wie zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegen.
Perfektionismus in seiner Reinform ist negativer Stress
Um diesen ging es in Dr. Fliegels Sendung im WDR. Wer den Text dazu lesen möchte, kann sich ihn beim WDR herunterladen: Artikel lesen (Sie benötigen den Adobe Acrobat Reader, der kostenlos ist — hier herunterladen.)
Wie hängen Stress und MS zusammen?
Der konkrete Zusammenhang zwischen Stress und Multipler Sklerose ist in den letzten Jahren intensiv untersucht worden.
Bei der Interpretation der Untersuchungsergebnisse muß man zwischen drei wichtigen Stressformen differenzieren: Es gibt
- psychischen Stress,
- physischen Stress, und darüberhinaus
- oxydativen Stress, der sich auf die zelluläre Ebene bezieht und bedeutet, dass Sauerstoffradikale Gewebe zerstören können. Dieser Zellstress kann von psychischem und physischem Stress beeinflusst werden.
Was ist denn Stress überhaupt?
Stress bedeutet ganz allgemein Anspannung. Stress kann negativ oder positiv sein, je nachdem, welche Gefühle und Stimmungen wir damit im Einzelnen verbinden. Negativer Stress, auch Distress genannt, ist eine die leider bekanntere Form von Stress.
Wissenschaftlicher haben darüber hinaus auch den Begriff Eustress geprägt. Damit ist der sogenannte positive Stress gemeint, also jener, mit dem wir Positives im weitesten Sinne verbinden. Das kann zum Beispiel Vorfreude sein, das kann sich in Herzklopfen ausdrücken, wenn wir auf einen geliebten Menschen treffen bestimmt fällt jedem etwas dazu ein...
Wichtig ist, immer daran zu denken, dass das Negative immer viel aufdringlicher daherkommt als das Positive und wir es uns leider angewöhnt haben, Negatives viel eher wahrzunehmen als Positives.
Das gilt natürlich auch und erst recht für Stress, der direkte und auch langfristige körperliche Auswirkungen hat und zwar bei beiden Sorten Stress.
Wer (wieder) lernt, das Positive zu sehen und anzuerkennen, der hat schon einen großen Schritt in Richtung innere Gelassenheit getan und kann sich viel mehr freuen an den guten Dingen, die definitiv vorhanden sind. Bei jeder und bei jedem manchmal muss man eben ein bisschen danach suchen, aber man wird immer fündig...
Frei nach dem Motto Mens sana in corporem sanum kann umgekehrt auch gesagt werden, dass ein gesundes und ausgeglichenes Selbst dem körperlichen Wohlbefinden sicherlich hilft.
Danksagung: Auf den Artikel von Dr. Fliegel hat uns Harald aus Kassel aufmerksam gemacht — Danke, Harald!
MS Gateway–Redaktion, 25. April 2002




