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MS und Sport: Expertenrat

Körperliche Betätigung: zu jedem Zeitpunkt wichtig!

Zum Zeitpunkt der MS–Diagnose sind die meist jungen Patienten in einer Lebensphase, in der sie häufig sportlich aktiv sind. Oft ist die Diagnose ein Schock, so dass der Wunsch nach Sport erst einmal in den Hintergrund tritt.

Außerdem bestehen sowohl bei Ärzten als auch bei den Betroffenen bezüglich der Frage, ob sportliche Betätigung die MS verschlimmern oder einen Schub auslösen kann, oft falsche Annahmen und Befürchtungen.


Was ist zu beachten?

In den letzten Jahren häufen sich die Erkenntnisse, die eher Vorteile in einer sportlicher Betätigung sehen. Dazu gehören die Förderung von Ausdauer, Kraft und Koordination.
Ärzte und Patienten müssen jedoch über die möglichen krankheitsbedingten Schwierigkeiten informiert sein. MS–Symptome sind häufig temperaturabhängig, d.h. bedingt durch erhöhte Körper– und Außentemperatur kann es zu einer Leistungsverschlechterung der entmarkten Nerven durch reduzierte Nervenleitgeschwindigkeit führen. Da stärkere körperliche Anstrengung zu erhöhter Körpertemperatur führen kann, ist ein vorübergehendes Auftreten von Verschlechterungen bereits bestehender MS–Symptome möglich.


Körpertemperaturbedingte Veränderungen der Leistungsfähigkeit

Diese temperaturbedingten Veränderungen sind meist nur vorübergehend, also kein Zeichen gesteigerter Krankheitsaktivität oder eines drohenden Schubes.
Die Betroffenen sind dadurch jedoch oft verunsichert und resignieren, auch bedingt durch die schnellere Ermüdbarkeit. In dieser Situation ist es wichtig, dass sich der Patient vom Arzt oder Physiotherapeuten über die Zusammenhänge aufklären läßt.

Die geschilderten temperaturabhängigen Symptome können vermieden werden, wenn regelmäßige Pausen eingehalten werden, ein individuelles Gefühl für akzeptable Dauer und Intensität der Belastung entwickelt wird und für die sportlichen Aktivitäten z.B . Morgen– und Abendstunden, wegen der kühleren Temperaturen, bevorzugt werden.


Sind Sie empfindlich gegenüber erhöhter Temperatur?

Patienten mit ausgeprägten temperaturabhängigen Symptomen können bevorzugt Übungen im Wasser durchführen, wobei den meisten eine Temperatur um 28° Celsius angenehm ist.

Nach den Übungen sollte eine Abkühlung, entweder durch Entspannung im Wasser oder längeres kaltes Duschen erzielt werden. Dadurch kann die erzeugte Wärme abgeführt und einer Überwärmung entgegengewirkt werden.


Für Patienten mit Spastik

Die Beurteilung der Belastung eines MS–Patienten mittels der Herzfrequenz ist problematisch, da diese aufgrund der schnelleren Ermüdbarkeit oft vorzeitig ansteigt.
Dies gilt auch für Patienten mit einer Spastik, da diese zu einem erhöhten Energieverbrauch führt. Dehnungsübungen und antispastische Medikamente können helfen. Wichtig ist, dass verschiedene Studien keinen Zusammenhang zwischen körperlicher Betätigung und einer Krankheitsverschlechterung zeigen konnten. Dementsprechend gilt: MS und Sport schließen sich keinesfalls aus.


Nicht übertreiben!

Psychisch problematisch können Überforderungen sein, die zu Frustration und Depression führen können. Eine gute Betreuung des Patienten durch den Arzt kann dies vermeiden und die Vorteile einer sportlichen Betätigung hervorheben.

Dazu gehören die Förderung von Kraft und Beweglichkeit und die Verbesserung von Koordination und Gleichgewicht.

Bewegung im Wasser kann verlorengegangene oder nicht mehr praktizierte Bewegungsabläufe wieder ermöglichen.


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