Einer Familienplanung steht grundsätzlich bei MS nichts im Wege

Bei der Multiplen Sklerose (MS) handelt es sich um eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen im jungen Erwachsenenalter, Frauen sind zwei- bis dreimal häufiger betroffen als Männer. Entsprechend sind Fragen nach Fertilität, Schwangerschaft und Geburt ein bedeutsames Gesprächsthema im Patientengespräch.1

Einer Familienplanung mit MS steht grundsätzlich nichts im Wege!

Aufgrund zahlreicher neuer Daten ist heute keiner Frau mit MS von ihrem Wunsch nach Kindern abzuraten, sondern es muss dahingehend aufgeklärt werden, dass durch die MS keine negativen Effekte für die kindliche Entwicklung und Geburt zu erwarten sind und der Krankheitsverlauf durch eine Schwangerschaft sogar eher günstig beeinflusst wird.1

Wichtig für die Betroffenen ist, sich im Vorfeld mit dem Thema Babywunsch zu beschäftigen sowie Ängste, Sorgen und Fragen mit Ihnen als behandelnden Neurologen offen zu teilen:

  • Gibt es Gründe, die gegen eine Schwangerschaft sprechen?
  • Wie geht es mit der Therapie bei Babywusch weiter?
  • Was muss beim Thema Stillen beachtet werden?

 

Der Inhalt ist aus rechtlichen Gründen nur für Ärzte einsehbar.

Weiterführende Informationen

Das unabhängige deutschsprachige Multiple Sklerose und Kinderwunsch Register (DMSKW) ist ein Projekt, in dem prospektiv Daten zu Schwangerschaften oder Kinderwunschbehandlungen von MS-Betroffenen gesammelt werden. Hierdurch sollen Daten gewonnen werden, um offene Fragen zum Thema Kinderwunsch und MS besser beantworten zu können. In einem neuen Teilprojekt sollen außerdem Kleinkinder im Alter zwischen 1,5 bis 6 Jahren von Müttern oder Vätern mit MS mit Hilfe eines Entwicklungsfragebogens nachbeobachtet werden. Weitere Informationen finden Sie online unter www.ms-und-kinderwunsch.de

Das KKNMS-Qualitätshandbuch bietet weitgehende Möglichkeiten sich beispielsweise über die Besonderheiten von MS und Schwangerschaft zu informieren, enthält aber auch sämtliche Informationen zu Behandlungsmöglichkeiten. Es sind viele Kommentare und Empfehlungen enthalten, die es Ihnen erleichtert eine fundierte Therapieentscheidung zu treffen.

 

Literatur

1Berger T, Di Pauli F, Multiple Sklerose und Schwangerschaft. Journal für Neurologie Neurochirurgie und Psychiatrie 2009;10(1),26-31
2Schmidt RM, Hoffmann FA, Multiple Sklerose; Schwangerschaft bei MS, Urban & Fischer, 2012; 5. Auflage
3Kompetenznetz Multiple Sklerose (2018) Qualitätshandbuch MS/NMOSD. Empfehlungen zur Therapie der Multiple Sklerose/Neuro-myellitis-optica-Spektrum-Erkrankungen für Ärzte. Krankheitsbezogenes Kompetenznetz Multiple Sklerose e. V. Ausgabe 2018
4Delaney KE, Donovan J (2017) Multiple sclerosis and sexual dysfunction: A need for further education and interdisciplinary care. NeuroRehabilitation 41 (2): 317-329